Wer regelmäßig mit einem Lasercutter arbeitet und zusätzlich einen UV-Drucker besitzt, kennt die Herausforderung: Die Druckmotive müssen exakt zu den späteren Schnittlinien passen. Gleichzeitig soll möglichst wenig Material verschwendet werden. Mit SheetMaker ist am 20. Oktober 2026 eine kostenlose Software vorgestellt worden, die genau diese Arbeitsschritte vereinfachen soll. Das Programm ordnet unterschiedliche Motive automatisch auf Materialplatten an, berücksichtigt vorhandene Reststücke und erstellt passende Druck- und Schnittdateien. Gerade für personalisierte Weihnachtsgeschenke, Acrylanhänger und kleinere Serienproduktionen könnte das Werkzeug interessant sein.
Lasercutter und UV-Drucker ergänzen sich hervorragend. Während der Drucker farbige Motive direkt auf geeignete Materialien aufbringt, übernimmt der Laser anschließend das Ausschneiden der gewünschten Formen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise individuelle Schlüsselanhänger, dekorative Schilder, Weihnachtsornamente oder personalisierte Geschenkartikel herstellen.
In der Praxis ist die Kombination beider Geräte allerdings nicht immer unkompliziert. Besonders dann, wenn mehrere unterschiedliche Motive gleichzeitig produziert werden sollen, kann die Vorbereitung der Dateien viel Zeit beanspruchen. Die Objekte müssen sinnvoll auf der verfügbaren Materialfläche verteilt werden, während die späteren Schnittlinien exakt mit den gedruckten Motiven übereinstimmen müssen.
Genau für diesen Arbeitsablauf wurde SheetMaker entwickelt. Die Software soll mehrere bisher getrennte Vorbereitungsschritte in einer Anwendung zusammenführen.
SheetMaker wurde im Oktober 2026 vorgestellt
Am 20. Oktober 2026 stellte der Entwickler Justin seine Software im offiziellen Community-Forum von LightBurn vor. Die Anwendung richtet sich insbesondere an Maker und kleinere Werkstätten, die Druck- und Lasertechnik miteinander kombinieren.
SheetMaker ist dabei keine offizielle Erweiterung von LightBurn, sondern ein unabhängig entwickeltes Werkzeug. Die Software übernimmt die Vorbereitung und Anordnung der Motive, während die eigentliche Laserbearbeitung weiterhin über eine geeignete Maschinensteuerung erfolgt.
Das Programm wird kostenlos über GitHub bereitgestellt. Dort finden interessierte Anwender auch Informationen zur Installation, zur Bedienung und zu den vorgesehenen Arbeitsabläufen.
Automatisches Nesting soll Material sparen
Eine der wichtigsten Funktionen von SheetMaker ist das sogenannte Nesting. Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, bei dem unterschiedliche Formen möglichst platzsparend auf einer vorgegebenen Materialfläche angeordnet werden.
Bei einfachen Anordnungen werden Motive häufig in einem gleichmäßigen Raster platziert. Das funktioniert bei rechteckigen Schildern oder quadratischen Werkstücken recht gut. Schwieriger wird es bei unregelmäßigen Formen wie Sternen, Herzen, Buchstaben oder dekorativen Ornamenten.
SheetMaker soll bei der Berechnung nicht nur die rechteckigen Außenabmessungen berücksichtigen, sondern die tatsächlichen Konturen der Objekte verwenden. Dadurch können unterschiedliche Formen dichter nebeneinander angeordnet werden.
Ein Beispiel wären Weihnachtsanhänger aus Acryl. Während runde Anhänger in einem einfachen Raster relativ große Zwischenräume erzeugen können, lassen sich Sterne, Tannenbäume und andere Formen unter Umständen geschickter miteinander kombinieren.
Die Software berücksichtigt dabei die gewünschte Stückzahl und die vorgegebenen Abstände zwischen den einzelnen Objekten.
Wie viel Material dadurch tatsächlich eingespart werden kann, hängt von den jeweiligen Motiven und den verfügbaren Plattengrößen ab. Eine pauschale Einsparquote lässt sich daraus nicht ableiten.
Vorhandene Materialreste weiterverwenden
Besonders interessant ist die Möglichkeit, vorhandene Restmaterialien in die Planung einzubeziehen.
Wer regelmäßig Acryl, Holz oder andere geeignete Materialien verarbeitet, sammelt mit der Zeit kleinere Reststücke an. Diese reichen häufig nicht mehr für größere Projekte aus, können für kleine Anhänger oder dekorative Elemente aber durchaus noch verwendet werden.
SheetMaker ermöglicht es, solche Reststücke mit ihren jeweiligen Abmessungen zu erfassen. Bei einer neuen Berechnung kann die Software versuchen, die benötigten Motive zunächst auf den vorhandenen Materialflächen unterzubringen.
Erst wenn diese nicht ausreichen, werden zusätzliche Materialplatten eingeplant.
Die Reststücke lassen sich außerdem unterschiedlichen Materialtypen zuordnen. Dadurch können beispielsweise transparente und farbige Acrylplatten getrennt berücksichtigt werden.
Gerade für kleine Kreativunternehmen ist das eine interessante Funktion. Schließlich verursacht nicht nur das eigentliche Material Kosten, sondern auch die Zeit, die für dessen Verwaltung und Vorbereitung benötigt wird.
Druck- und Schnittdateien werden aufeinander abgestimmt
Eine weitere wichtige Aufgabe übernimmt SheetMaker bei der Vorbereitung der Druck- und Schnittdateien.
Bei kombinierten Projekten müssen beide Arbeitsschritte exakt zusammenpassen. Wird beispielsweise ein Motiv zunächst auf eine Acrylplatte gedruckt und anschließend ausgeschnitten, dürfen die Schnittlinien nicht gegenüber dem Druck verschoben sein.
SheetMaker erzeugt deshalb zusammengehörige Dateien für die beiden Bearbeitungsschritte. Die Ausgabe erfolgt im PDF-Format.
Für die spätere Positionierung können vier Registrierungsmarkierungen verwendet werden. Diese helfen dabei, die bedruckte Materialplatte im Lasercutter korrekt auszurichten.
Das ist besonders dann wichtig, wenn Drucker und Lasercutter zwei eigenständige Geräte sind und das Material zwischen den Bearbeitungsschritten bewegt werden muss.
Die Software soll dadurch verhindern, dass Druck- und Schnittpositionen bei der manuellen Dateivorbereitung voneinander abweichen.
Zusammenarbeit mit LightBurn und LaserVision
Für die anschließende Laserbearbeitung ist SheetMaker auf die Zusammenarbeit mit geeigneter Software ausgelegt.
Der Entwickler sieht unter anderem die Verwendung mit LightBurn und LaserVision vor.
LightBurn bietet Print-and-Cut-Funktionen, mit denen sich bereits bedruckte Materialien anhand von Referenzpunkten ausrichten lassen.
Je nach eingesetzter Version und Hardware können dafür unterschiedliche Positionierungsverfahren verwendet werden.
Die von SheetMaker erzeugten Registrierungsmarkierungen sollen diesen Arbeitsablauf unterstützen.
Wichtig ist allerdings, dass die vorhandene Maschine und die verwendete Software die gewünschte Methode tatsächlich unterstützen.
SheetMaker selbst ersetzt keine Lasersteuerung und übernimmt auch nicht die Einrichtung der Schneidparameter.
Geschwindigkeit, Laserleistung und weitere Bearbeitungseinstellungen müssen weiterhin passend zum jeweiligen Material und Gerät festgelegt werden.
Beidseitiger Druck für personalisierte Acrylanhänger
Eine weitere interessante Funktion betrifft den beidseitigen Druck.
SheetMaker kann für entsprechende Projekte getrennte Druckdateien für Vorder- und Rückseite vorbereiten und diese mit einer gemeinsamen Schnittdatei kombinieren.
Das eröffnet beispielsweise Möglichkeiten bei transparenten Acrylanhängern, die von beiden Seiten betrachtet werden können.
Auf der Vorderseite könnte sich ein farbiges Weihnachtsmotiv befinden, während die Rückseite einen Namen oder eine persönliche Widmung erhält.
Auch mehrschichtige Gestaltungen sind denkbar, sofern der verwendete UV-Drucker und die zugehörige Drucksoftware die erforderlichen Verfahren unterstützen.
Die korrekte Reihenfolge der Farbschichten sowie mögliche Weißdruck- oder Spiegelungsfunktionen müssen dabei entsprechend der jeweiligen Drucktechnik eingerichtet werden.
SheetMaker übernimmt die Dateivorbereitung, nicht jedoch sämtliche Einstellungen des UV-Druckers.
DIY-Idee: Personalisierte Weihnachtsanhänger herstellen
Mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtszeit bietet sich ein kleines Projekt an, um die Funktionen der Software auszuprobieren.
Besonders interessant wären personalisierte Weihnachtsanhänger aus Acryl. Diese können später als Christbaumschmuck, Geschenkanhänger oder kleine individuelle Präsente verwendet werden.
Für unser Beispiel stellen wir uns drei unterschiedliche Formen vor: einen klassischen Stern, einen Tannenbaum und eine runde Weihnachtskugel.
Jedes Motiv erhält eine eigene Gestaltung. Dazu gehören beispielsweise winterliche Illustrationen, Namen oder kurze Weihnachtsgrüße.
Die Anhänger sollen anschließend auf einer gemeinsamen Acrylplatte gedruckt und mit dem Lasercutter ausgeschnitten werden.
Schritt 1: Motive und Schnittkonturen vorbereiten
Zunächst werden die gewünschten Motive in einer geeigneten Grafiksoftware gestaltet.
Wichtig ist, dass jedes Objekt eine eindeutige geschlossene Außenkontur besitzt. Diese wird später als Grundlage für den Laserschnitt verwendet.
Innerhalb der Kontur können die gewünschten Druckelemente angeordnet werden.
Bei einem Weihnachtsstern könnte beispielsweise ein Name mittig platziert werden. Ein Tannenbaum erhält ein winterliches Muster, während die runde Weihnachtskugel mit einem persönlichen Gruß gestaltet wird.
Auch die spätere Aufhängung muss bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Dafür kann eine geeignete Öffnung vorgesehen werden.
Die Schnittkonturen sollten sauber angelegt und auf die tatsächlichen Abmessungen abgestimmt sein.
Schritt 2: Motive in SheetMaker importieren
Nach der Vorbereitung werden die Dateien in SheetMaker geladen.
Die Software unterstützt unter anderem PDF-Dateien und PDF-kompatible Illustrator-Dateien.
Für die Erkennung der Schnittkonturen können entsprechende Farben oder Ebenenbezeichnungen verwendet werden.
Falls eine Kontur nicht automatisch erkannt wird, lässt sie sich manuell zuordnen.
Anschließend wird festgelegt, wie viele Exemplare der einzelnen Motive hergestellt werden sollen.
Für unser Beispiel könnten jeweils zehn Sterne, zehn Tannenbäume und zehn Weihnachtskugeln vorgesehen werden.
Die Software berücksichtigt diese Mengen bei der späteren Anordnung.
Schritt 3: Materialplatten optimal ausnutzen
Im nächsten Schritt werden die verfügbaren Materialabmessungen festgelegt.
Wer bereits passende Acrylreste besitzt, kann diese ebenfalls in die Planung aufnehmen.
SheetMaker berechnet anschließend eine mögliche Anordnung der Motive.
Besonders bei unterschiedlichen Formen kann die automatische Verteilung hilfreich sein, da nicht jedes Objekt in einem eigenen rechteckigen Bereich platziert werden muss.
Nach der Berechnung sollte die Anordnung sorgfältig überprüft werden.
Dabei ist besonders auf ausreichende Abstände zwischen den Motiven und zu den Materialrändern zu achten.
Die notwendigen Sicherheitsabstände hängen unter anderem von der Schnittbreite des Lasers, dem Material und den verwendeten Bearbeitungsparametern ab.
Schritt 4: Druck- und Schnittdateien exportieren
Wenn die Anordnung abgeschlossen ist, können die benötigten Dateien ausgegeben werden.
SheetMaker erstellt dafür passende Druck- und Schnittdateien.
Die Dateien verwenden dieselben Materialabmessungen und berücksichtigen die vorgesehenen Positionierungsmarkierungen.
Bei einem beidseitigen Druck werden entsprechend zusätzliche Druckdateien vorbereitet.
Wichtig ist, die Dateien anschließend nicht unabhängig voneinander zu skalieren.
Eine nachträgliche Größenanpassung könnte dazu führen, dass die Schnittlinien nicht mehr exakt zu den gedruckten Motiven passen.
Schritt 5: Drucken, ausrichten und ausschneiden
Die vorbereitete Druckdatei wird zunächst in die Software des UV-Druckers geladen.
Der Druck erfolgt auf einem für das jeweilige Verfahren geeigneten Material.
Nach Abschluss des Druckvorgangs wird die Materialplatte in den Lasercutter eingelegt.
Jetzt können die Registrierungsmarkierungen verwendet werden, um die Schnittdatei korrekt auszurichten.
Vor dem eigentlichen Schneidevorgang sollte die Position überprüft werden.
Außerdem muss sichergestellt werden, dass das verwendete Material für den vorhandenen Lasertyp geeignet ist.
Bei Acryl unterscheiden sich die Bearbeitungsmöglichkeiten beispielsweise je nach Materialart und Lasertechnologie erheblich.
Unbekannte Kunststoffe und PVC-haltige Materialien dürfen nicht ohne entsprechende Eignungsprüfung mit dem Laser bearbeitet werden, da gefährliche Zersetzungsprodukte entstehen können.
Auch die aufgedruckten Farben und Beschichtungen müssen für den vorgesehenen Bearbeitungsprozess geeignet sein.
Nach dem Ausschneiden können die fertigen Anhänger mit passenden Bändern oder Aufhängungen versehen werden.
Welche Voraussetzungen benötigt die Software?
SheetMaker richtet sich aktuell an Windows-Anwender.
Für die Installation wird Python 3 benötigt. Weitere erforderliche Bibliotheken können über die bereitgestellten Installationsdateien eingerichtet werden.
Die Anwendung und ihre Dokumentation stehen über GitHub zur Verfügung.
Da sich das Projekt noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet, empfiehlt es sich, zunächst mit einfachen Testdateien zu arbeiten.
Vor allem bei produktiven Aufträgen sollte überprüft werden, ob die ausgegebenen Dateien mit der eigenen Druck- und Lasersoftware korrekt verarbeitet werden.
Auch die Materialanordnung sollte vor dem eigentlichen Druck beziehungsweise Schnitt kontrolliert werden.
Interessant für kleine Kreativunternehmen und Etsy-Shops
SheetMaker könnte nicht nur für private Maker interessant sein, sondern auch für kleinere Kreativunternehmen, die personalisierte Produkte herstellen.
Gerade bei Aufträgen mit unterschiedlichen Motiven und kleinen Stückzahlen entsteht häufig zusätzlicher Aufwand durch die manuelle Anordnung der Dateien.
Wenn beispielsweise 30 personalisierte Weihnachtsanhänger mit verschiedenen Namen hergestellt werden sollen, müssen die einzelnen Druckmotive und Schnittkonturen korrekt positioniert werden.
Eine automatische Anordnung kann diesen Arbeitsschritt vereinfachen.
Auch die Verwaltung von Restmaterialien könnte sich bei regelmäßiger Produktion als hilfreich erweisen.
Allerdings hängt der tatsächliche Nutzen stark vom vorhandenen Maschinenpark und den individuellen Arbeitsabläufen ab.
Wer ausschließlich einfache rechteckige Schilder produziert, benötigt möglicherweise keine zusätzliche Software für komplexe Materialanordnungen.
Bei vielen unterschiedlichen Formen und wechselnden Stückzahlen könnte SheetMaker dagegen deutlich interessanter sein.
Unser Fazit: Eine interessante Ergänzung für Maker-Werkstätten
SheetMaker beschäftigt sich mit einem Problem, das bei kombinierten Druck- und Laserprojekten schnell unterschätzt wird.
Die eigentliche Herstellung eines personalisierten Acrylanhängers ist häufig weniger aufwendig als die sorgfältige Vorbereitung der benötigten Dateien.
Mit der automatischen Materialanordnung, der Berücksichtigung vorhandener Reststücke und der Ausgabe zusammenpassender Druck- und Schnittdateien möchte SheetMaker diesen Arbeitsablauf vereinfachen.
Besonders interessant finden wir die Unterstützung für beidseitige Druckprojekte und die Möglichkeit, unterschiedliche Formen möglichst effizient auf einer Materialplatte zu verteilen.
Gerade jetzt, wenige Wochen vor der Weihnachtszeit, bietet sich dafür ein praktischer Anwendungsfall. Personalisierte Weihnachtsanhänger, dekorative Acrylschilder oder kleine Geschenkartikel lassen sich mit entsprechenden Geräten in unterschiedlichen Varianten herstellen.
Ob SheetMaker im täglichen Einsatz tatsächlich spürbar Zeit und Material spart, muss sich allerdings noch zeigen. Einen eigenen Praxistest haben wir bislang nicht durchgeführt.
Wer bereits einen UV-Drucker und einen geeigneten Lasercutter besitzt, sollte sich das kostenlose Werkzeug dennoch einmal ansehen. Besonders bei häufig wechselnden Motiven könnte die automatisierte Dateivorbereitung eine sinnvolle Ergänzung des bisherigen Arbeitsablaufs sein.
Weitere Informationen und Download: SheetMaker auf GitHub