Bei einer Sofortbildkamera entscheidet normalerweise der Auslöser darüber, welcher Moment auf Film landet. Fujifilm verfolgt mit der instax mini Evo 2 einen anderen Ansatz: Erst fotografieren, dann auf einem großen Touchscreen auswählen und schließlich nur die Aufnahmen ausdrucken, die man behalten möchte. Der am 27. Oktober 2026 vorgestellte Nachfolger der mini Evo bringt außerdem eine erweiterte Bildvorschau und eine ungewöhnliche Kurzvideo-Funktion mit. Für Deutschland nennt Fujifilm 269,99 Euro als unverbindliche Preisempfehlung. Der Verkaufsstart ist hierzulande für Anfang Dezember geplant.
Ein großer Touchscreen verändert die Bedienung
Die sichtbarste Neuerung sitzt auf der Rückseite. Erstmals verwendet Fujifilm bei einer instax-Kamera einen Touchscreen, der mit rund 4,5 Zoll deutlich mehr Platz für die Bildkontrolle bietet. Über das Display lassen sich Aufnahmen betrachten, Einstellungen verändern und Effekte auswählen. Die mini Evo 2 bleibt dabei ihrem Retro-Konzept treu: Objektivring, Einstellrad und der Hebel für den Sofortbilddruck sollen weiterhin das Gefühl einer klassischen Kamera vermitteln. Anders als bei rein analogen Sofortbildkameras muss nicht jedes Foto sofort auf Film ausgegeben werden. Das spart bei Fehlaufnahmen Verbrauchsmaterial, setzt aber voraus, dass man den digitalen Zwischenschritt tatsächlich nutzen möchte.
Expanded View zeigt mehr als das spätere Foto
Mit instax Expanded View zeigt die Kamera einen erweiterten Ausschnitt und markiert gleichzeitig den Bereich, der später auf dem Sofortbild zu sehen sein wird. Das soll das Komponieren von Motiven erleichtern, etwa wenn Personen am Bildrand stehen oder ein Hintergrund bewusst mit einbezogen werden soll. Für die Gestaltung stehen weiterhin zehn Objektiv- und zehn Filmeffekte bereit. Zusammen ergeben sie 100 Kombinationen; zusätzliche Effektvarianten lassen sich über den Objektivring oder das Display auswählen. Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Blitzsteuerung und ein Makromodus erweitern die Möglichkeiten, ohne aus der mini Evo 2 eine klassische Systemkamera zu machen.
Ein Kurzvideo hält die Sekunden vor dem Auslösen fest
Die zweite große Neuerung heißt instax Immersive Movie. Die Kamera kann die vier Sekunden vor einer Fotoaufnahme als kurzen Videoclip festhalten. So bleibt neben dem fertigen Bild auch ein Stück Bewegung erhalten, etwa der Moment vor einem Lachen oder einer spontanen Geste. Wichtig ist die technische Einschränkung: Für diese Funktion wird eine separat erhältliche microSD-Karte benötigt; im internen Speicher lassen sich die Clips nicht aufzeichnen. Es handelt sich um eine ergänzende Kurzclip-Funktion und nicht um einen Ersatz für eine vollwertige Videokamera.
Mehr Auflösung – aber nicht in jedem Aufnahmemodus
Im Datenblatt nennt Fujifilm einen CMOS-Sensor mit rund 16,3 Millionen effektiven Pixeln. Die tatsächlich gespeicherten Fotos fallen je nach Modus jedoch unterschiedlich groß aus: Standardaufnahmen besitzen 2.144 × 2.860 Pixel, im erweiterten Weitwinkelmodus sind mit eingesetzter Speicherkarte bis zu 3.100 × 4.128 Pixel möglich. Die oft genannten rund 13 Megapixel beziehen sich damit auf diese maximale Dateiauflösung und nicht auf jede Aufnahme. Das Objektiv arbeitet mit Blende f/2,0; die automatische ISO-Steuerung reicht von ISO 100 bis 1.600. Wie gut die höhere Auflösung bei schwierigen Lichtverhältnissen tatsächlich hilft, muss ein Praxistest zeigen.
Sofortbilder, App und Speicher
Gedruckt wird weiterhin auf instax-mini-Film mit einer Bildfläche von 62 × 46 Millimetern. Fujifilm nennt für den Ausdruck ungefähr 14 Sekunden; die anschließende Filmentwicklung dauert je nach Temperatur rund 90 Sekunden. Zwischen kräftigeren Farben im instax-Rich-Modus und einer zurückhaltenderen Darstellung im instax-Natural-Modus kann gewählt werden. Über die überarbeitete instax-mini-Evo-App lassen sich Smartphone-Fotos ausdrucken, Aufnahmen verwalten und die Kamera fernsteuern. Ein Selfie-Spiegel, USB-C zum Laden sowie ein microSD-Steckplatz gehören ebenfalls zur Ausstattung. Die Kamera wiegt laut Hersteller etwa 330 Gramm ohne Filmkassette und Speicherkarte. Der Akku soll unter Herstellerbedingungen für rund 90 Ausdrucke reichen.
Preis und Verkaufsstart in Deutschland
Fujifilm hat die instax mini Evo 2 am 27. Oktober 2026 angekündigt. Für Deutschland nennt die offizielle instax-Seite einen Marktstart Anfang Dezember und eine unverbindliche Preisempfehlung von 269,99 Euro. Einzelne Händler nehmen bereits Vorbestellungen an. In einer europäischen Pressemitteilung ist dagegen von Ende November die Rede; für den deutschen Termin ist deshalb die spezifische Angabe der deutschen Herstellerseite maßgeblich. Einen einheitlichen, taggenauen Liefertermin gibt es derzeit nicht. Die deutsche Produktseite zeigt die Kamera in Schwarz. Die instax-mini-Filme müssen separat gekauft werden, sodass zu den Anschaffungskosten laufende Ausgaben pro Ausdruck hinzukommen.