Nach seinen Auftritten in großen Produktionen wie „The Last of Us“, „The Mandalorian“ und „The Fantastic Four“ schlägt Pedro Pascal deutlich ruhigere Töne an. Searchlight Pictures hat den ersten offiziellen Trailer zu „Behemoth!“ veröffentlicht – einem neuen Musikdrama von „Andor“-Schöpfer Tony Gilroy.
Pascal spielt darin Alex Serian, einen hochbegabten Cellisten, der nach 20 Jahren auf Tournee in seine Heimatstadt Los Angeles zurückkehrt. Musik war während dieser Zeit der alles bestimmende Mittelpunkt seines Lebens. Die Heimkehr bringt Alex jedoch auf einen persönlichen Weg, der seine bisherige Existenz grundlegend verändern soll.
„Behemoth!“ startet nach aktuellem Stand am 4. Dezember 2026 in den US-Kinos. Ein deutscher Kinostart wurde bislang nicht offiziell bekannt gegeben.
Heimkehr nach 20 Jahren auf der Straße
Der erste Trailer beginnt bewusst zurückhaltend. Alex Serian kehrt nach Los Angeles zurück und trifft dort auf Menschen, Orte und Beziehungen aus seiner Vergangenheit. Dabei wird schnell deutlich, dass seine lange Abwesenheit Spuren hinterlassen hat.
Statt einer klassischen Musikerbiografie scheint „Behemoth!“ die persönliche und emotionale Seite eines Menschen zu untersuchen, dessen gesamtes Leben von seiner Kunst geprägt wurde. Alex ist ein außergewöhnlicher Cellist, hat für seinen Erfolg jedoch offenbar einen hohen Preis bezahlt.
Die Musik dient dabei nicht nur als Begleitung der Handlung. Sie wird zu einer erzählerischen Kraft, die Erinnerungen auslöst, unterschiedliche Lebensphasen miteinander verbindet und Alex mit Entscheidungen konfrontiert, denen er sich lange entziehen konnte.
Pedro Pascal vor einer ungewöhnlichen Herausforderung
Für Pedro Pascal stellt die Rolle eine deutliche Abkehr von seinen zuletzt besonders bekannten Figuren dar. Statt eines Kriegers, Überlebenden oder Superhelden verkörpert er einen Künstler, dessen Konflikte vor allem aus seiner Vergangenheit, seinen Beziehungen und seinem Verhältnis zur Musik entstehen.
Pascal musste lernen, das Cellospiel vor der Kamera glaubwürdig darzustellen. Gegenüber Vanity Fair bezeichnete er diese Vorbereitung als eine der schwierigsten Aufgaben seiner bisherigen Laufbahn. Seine Bewegungen, seine Haltung und sein Zusammenspiel mit dem Instrument mussten so überzeugend wirken, dass Alex als professioneller Musiker glaubhaft bleibt.
Der Schauspieler steht zudem während des gesamten Films im Zentrum. „Behemoth!“ begleitet seine Figur über einen Zeitraum von rund 25 Jahren und soll damit stärker auf Pascal zugeschnitten sein als viele seiner bisherigen Ensemble- und Franchiserollen.
Tony Gilroy kehrt als Kinoregisseur zurück
Geschrieben und inszeniert wurde „Behemoth!“ von Tony Gilroy. Der Filmemacher ist einem breiten Publikum insbesondere als kreativer Kopf hinter der gefeierten Disney+-Serie „Andor“ bekannt. Darüber hinaus war er maßgeblich an „Rogue One: A Star Wars Story“ sowie mehreren Filmen der „Bourne“-Reihe beteiligt.
Mit „Behemoth!“ führt Gilroy erstmals seit „Das Bourne Vermächtnis“ aus dem Jahr 2012 wieder bei einem Kinofilm Regie.
Seine bisherigen Arbeiten beschäftigen sich häufig mit hochkompetenten Menschen, die unter erheblichem persönlichen, moralischen oder politischen Druck stehen. Diese Handschrift scheint auch in „Behemoth!“ erkennbar zu sein: Alex beherrscht sein Instrument auf höchstem Niveau, muss sich außerhalb der Konzertbühne aber mit einer wesentlich unkontrollierbareren Vergangenheit auseinandersetzen.
Gilroy produziert den Film gemeinsam mit Sanne Wohlenberg und John Gilroy.
Hochkarätiges Ensemble um Pedro Pascal
Neben Pascal gehören Olivia Wilde, Eva Victor und Will Arnett zur zentralen Besetzung. Searchlight Pictures nennt außerdem Alexa Swinton, Kaya Ralls, Erik Griffin, JoBeth Williams, Margarita Levieva und Hank Azaria.
Olivia Wilde spielt offenbar eine Person, zu der Alex eine wichtige Verbindung aus seiner Vergangenheit besitzt. Welche genaue Beziehung zwischen den Figuren besteht, lässt der Trailer bewusst offen.
Will Arnett wiederum ist gemeinsam mit Pascal in mehreren Szenen zu sehen. Seine Rolle war zunächst mit David Harbour besetzt worden, bevor Arnett Anfang 2026 dessen Platz übernahm.
Eva Victor verkörpert eine weitere zentrale Figur. Der Trailer deutet an, dass sie sowohl mit Alex als auch mit dessen musikalischem und familiärem Umfeld verbunden sein könnte.
Ein Film über die Musik des Kinos
„Behemoth!“ wird als Liebeserklärung an Filmmusik und an die Menschen beschrieben, die sie erschaffen. Alex kehrt nach seiner langen Laufbahn als Konzertmusiker offenbar auch in die Welt der Hollywood-Filmmusik zurück.
Für die musikalische Gestaltung verfolgt die Produktion einen ungewöhnlichen Ansatz. Unter der Bezeichnung „The Behemoth! Collective“ sind mehrere Komponisten an der Musik beteiligt. Berichten zufolge gehören unter anderem James Newton Howard, Alan Silvestri und Brandon Roberts zu insgesamt neun beteiligten Musikern.
Diese große Zahl könnte mit der Struktur des Films zusammenhängen. Da unterschiedliche fiktive Filmproduktionen und verschiedene Abschnitte aus Alex’ Leben gezeigt werden, benötigt jede Ebene möglicherweise eine eigene musikalische Identität.
Damit dürfte der Soundtrack weit mehr sein als lediglich eine atmosphärische Ergänzung. Musik bildet das eigentliche Fundament der Handlung und soll Erinnerungen, Zeitabschnitte sowie persönliche Beziehungen miteinander verbinden.
Der Trailer setzt auf Emotionen statt Spektakel
Der erste Trailer verzichtet weitgehend auf eine ausführliche Erklärung der Handlung. Stattdessen zeigt er einzelne Momente aus Alex’ Leben: Proben, persönliche Gespräche, Wiedersehen und Auftritte auf der Bühne.
Die Inszenierung wirkt dabei warm, melancholisch und stellenweise humorvoll. Der Film scheint sich nicht ausschließlich mit Erfolg und künstlerischer Leidenschaft zu beschäftigen, sondern ebenso mit den Opfern, die ein vollständig auf die Karriere ausgerichtetes Leben mit sich bringen kann.
Gerade die zurückhaltende Präsentation unterscheidet „Behemoth!“ von vielen anderen Produktionen mit Pedro Pascal. Das Drama setzt nicht auf Action oder eine bekannte Marke, sondern auf seine Hauptfigur, die Musik und Tony Gilroys Dialoge.
Möglicher Kandidat für die Award-Saison
Der US-Kinostart Anfang Dezember positioniert „Behemoth!“ unmittelbar in der traditionellen Preisverleihungssaison. Die Kombination aus Tony Gilroy, Pedro Pascal und einem ungewöhnlich aufwendigen musikalischen Konzept dürfte den Film insbesondere für Schauspiel-, Drehbuch- und Musikpreise interessant machen.
Pascal erhält mit Alex Serian eine Rolle, die ihm mehr Raum für eine klassische Charakterdarstellung bietet als viele seiner bisherigen Großproduktionen. Sollte es dem Film gelingen, die Entwicklung seiner Figur über 25 Jahre hinweg überzeugend darzustellen, könnte „Behemoth!“ zu einem wichtigen Prestigeprojekt des Jahres werden.
Auch die Beteiligung zahlreicher renommierter Komponisten sorgt für Aufmerksamkeit. Ob die ungewöhnliche Aufteilung der Filmmusik mögliche Nominierungen erleichtert oder aufgrund bestehender Regularien erschwert, bleibt allerdings abzuwarten.
Ein persönlicher Film nach dem Ende von Andor
Nach der politisch komplexen Welt von „Andor“ wirkt „Behemoth!“ wie ein deutlich persönlicheres Projekt für Tony Gilroy. Gleichzeitig bleibt der Regisseur seinem Interesse an hoch spezialisierten Menschen treu.
Alex Serian besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, kann sein Leben jedoch nicht allein durch technische Perfektion kontrollieren. Der erste Trailer vermittelt den Eindruck eines Films über künstlerische Besessenheit, verpasste Möglichkeiten und die Frage, ob eine Rückkehr nach Hause tatsächlich einen Neuanfang ermöglichen kann.
„Behemoth!“ startet am 4. Dezember 2026 in den US-Kinos. Ein deutscher Veröffentlichungstermin steht noch aus.