Nach Monaten voller Gerüchte, Leaks und einzelner Trailer hat Rockstar Games die Türen zu Grand Theft Auto VI ein gutes Stück weiter geöffnet. Der rund 27 Minuten lange „Extended Look“ feierte zunächst bei Netflix Premiere und ist inzwischen auch frei über YouTube verfügbar. Und obwohl Rockstar längst nicht jedes Geheimnis lüftet, bekommen wir erstmals ein deutlich besseres Gefühl dafür, wie sich GTA 6 tatsächlich spielen soll.
Besonders spannend ist dabei weniger eine einzelne spektakuläre Szene. Vielmehr sind es die vielen kleinen Details, die zusammengenommen zeigen, wie stark Rockstar seine Open-World-Formel weiterentwickelt hat. Vice City wirkt voller, die Polizei scheint intelligenter zu reagieren, Fahrzeuge bekommen mehr Bedeutung und selbst Aktivitäten wie Sport oder der Umgang mit NPCs gehen offenbar deutlich weiter als in GTA 5.
Dabei verzichten wir bewusst auf Story-Spoiler. Informationen zur Handlung, die Rockstar außerhalb des gezeigten Materials veröffentlicht oder gegenüber ausgewählten Medien und Content Creatorn verraten hat, bleiben außen vor. Ergänzend berücksichtigen wir lediglich Gameplay-Leaks und Hinweise auf Spielmechaniken – und kennzeichnen diese entsprechend.
Vice City wirkt endlich wie eine echte Großstadt
Schon die ersten längeren Aufnahmen machen deutlich, wo ein großer Teil der zusätzlichen Rechenleistung der aktuellen Konsolengeneration landet. Es geht nicht nur um höhere Texturauflösungen oder hübschere Reflexionen. Die Straßen wirken belebt, Fußgänger gehen unterschiedlichen Tätigkeiten nach und gerade in Clubs und anderen stark frequentierten Bereichen ist eine beeindruckende Zahl von NPCs gleichzeitig zu sehen.
Rockstar scheint GTA 6 nicht einfach nur größer machen zu wollen. Die Welt soll dichter wirken.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu GTA 5. Los Santos war bereits beeindruckend, konnte außerhalb bestimmter Bereiche aber schnell etwas leer wirken. GTA 6 vermittelt bislang einen anderen Eindruck. Straßen, Strände, Geschäfte, Nachtleben und Freizeitaktivitäten greifen stärker ineinander und vermitteln das Gefühl, dass die Welt auch ohne den Spieler weiterlebt.
Hinzu kommt die schiere Größe. Nach Informationen aus den aktuellen Hands-off-Previews soll die gesamte Spielwelt ungefähr dreimal so groß wie die Karte von Red Dead Redemption 2 ausfallen. Vice City selbst soll wesentlich größer als Los Santos sein. Entscheidend dürfte aber erneut sein, wie Rockstar diese Fläche nutzt. Eine riesige Karte allein macht schließlich noch keine gute Open World.
Jason und Lucia verändern das Charakterwechsel-System
Das aus GTA 5 bekannte Wechseln zwischen mehreren Spielfiguren kehrt zurück, funktioniert diesmal aber offenbar deutlich flüssiger. Befinden sich Jason und Lucia gemeinsam an einem Ort, kann nahezu unmittelbar zwischen ihnen gewechselt werden. Sind sie weiter voneinander entfernt, kommt wieder eine Kamerafahrt zum Einsatz, die an GTA 5 erinnert.
Interessanter ist jedoch, dass beide Figuren gemeinsam in der offenen Welt unterwegs sein können. Der zweite Charakter scheint also nicht ausschließlich während bestimmter Missionen aufzutauchen.
Im gezeigten Material entsteht dadurch ein wesentlich stärkeres Gefühl, tatsächlich mit einem Partner unterwegs zu sein. Welche Möglichkeiten Rockstar daraus außerhalb vorbereiteter Missionen macht, dürfte eines der spannendsten Themen für die fertige Version werden.
Die Polizei scheint euch nicht mehr einfach magisch zu kennen
Einer der interessantesten Bereiche von GTA 6 ist das überarbeitete Fahndungssystem.
In GTA 5 konnte die Polizei teilweise ziemlich absurd reagieren. Ein Verbrechen wurde begangen und gefühlt wusste kurz darauf jede Polizeistreife in Los Santos, wer gesucht wurde. GTA 6 scheint hier wesentlich differenzierter vorzugehen.
Im Extended Look und den inzwischen bekannt gewordenen Gameplay-Informationen deutet vieles darauf hin, dass die Polizei stärker mit tatsächlichen Beschreibungen arbeitet. Kleidung, verwendetes Fahrzeug und andere Merkmale könnten bei der Identifizierung eine Rolle spielen. Dadurch würden Fahrzeug- und Kleidungswechsel erstmals einen echten spielerischen Nutzen bekommen.
Besonders interessant ist das Zusammenspiel mit Jason und Lucia. Werden beide gemeinsam bei einem Verbrechen beobachtet, könnte es sinnvoll sein, sich während der Flucht zu trennen. Auch der Wechsel auf ein anderes Fahrzeug scheint dabei helfen zu können, unerkannt an Polizeieinheiten vorbeizukommen.
Sollte Rockstar dieses System konsequent umsetzen, könnten Verfolgungsjagden erheblich taktischer werden als in GTA 5.
Sechs Fahndungssterne feiern ihr Comeback
Aufmerksamen Zuschauern dürfte außerdem aufgefallen sein, dass GTA 6 wieder sechs Fahndungsstufen besitzt.
GTA 5 reduzierte das bekannte System auf fünf Sterne. GTA 6 kehrt nun offenbar zur klassischen Höchststufe von sechs Sternen zurück.
Was bei maximaler Fahndungsstufe genau passiert, bleibt abzuwarten. Denkbar wäre, dass Rockstar die Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen deutlich stärker ausarbeitet und die Suche mit zunehmender Eskalation immer großflächiger wird.
Allein die Kombination aus sechs Sternen, intelligenterer Identifizierung und taktischer reagierenden Polizeieinheiten könnte dafür sorgen, dass das Entkommen diesmal erheblich spannender wird.
Autodiebstahl ist nicht mehr nur ein Tastendruck
Auch eine der ältesten GTA-Mechaniken wird erweitert: das Stehlen von Fahrzeugen.
Im Extended Look sind unterschiedliche Möglichkeiten zu erkennen, ein Fahrzeug zu öffnen. Statt grundsätzlich einfach die Tür aufzureißen, kann beispielsweise eine Scheibe eingeschlagen werden. Andere Methoden wirken weniger auffällig.
Genau daraus könnte eine interessante Risikoabwägung entstehen. Wer schnell weg muss, schlägt die Scheibe ein und fährt los. Wer möglichst wenig Aufmerksamkeit erzeugen möchte, entscheidet sich für eine langsamere und leisere Vorgehensweise.
Leaks und Berichte aus den Präsentationen sprechen außerdem davon, dass bestimmte Fahrzeuge mit Trackern ausgestattet sein können. Gestohlene Fahrzeuge wären damit nicht automatisch sicher, nur weil man der ersten Polizeistreife entkommen ist.
Auch Pay 'n' Spray soll zurückkehren. Zusammen mit möglichen Möglichkeiten zur Entfernung von Trackern könnten gestohlene Fahrzeuge diesmal stärker in das eigentliche Kriminalitätssystem eingebunden werden.
Das Fahrverhalten scheint wieder mehr Gewicht zu bekommen
Eine weitere häufige Kritik an GTA 5 betrifft die Fahrzeuge. Sie ließen sich hervorragend kontrollieren, wirkten gegenüber GTA 4 allerdings wesentlich leichter und teilweise beinahe wie ferngesteuerte Spielzeugautos.
GTA 6 scheint einen Mittelweg einzuschlagen.
Nach den bisherigen Eindrücken besitzen Fahrzeuge mehr Gewicht und Trägheit, ohne dass Rockstar vollständig zum deutlich schwerfälligeren Fahrmodell von GTA 4 zurückkehrt. Besonders Fahrzeuge mit Heckantrieb können bei aggressivem Beschleunigen ausbrechen.
Gleichzeitig wirken die Straßen teilweise enger und realistischer dimensioniert. Mit hoher Geschwindigkeit durch den Verkehr zu rasen könnte dadurch anspruchsvoller werden.
Sollte Rockstar tatsächlich die besten Elemente aus GTA 4 und GTA 5 kombinieren, könnte das Fahrmodell eine der angenehmsten Überraschungen des Spiels werden.
Tanken könnte tatsächlich Teil von GTA 6 sein
Zu den kontroverseren Informationen gehört ein mögliches Kraftstoffsystem.
Hinweise darauf gab es bereits durch frühere Leaks. Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass Fahrzeuge tatsächlich Kraftstoff verbrauchen könnten. Allerdings soll Rockstar offenbar vermeiden wollen, daraus eine lästige Alltagspflicht zu machen.
Genau darauf dürfte es ankommen. Niemand möchte auf dem Weg zu einer Mission alle paar Minuten eine Tankstelle suchen. Richtig eingesetzt könnte Benzin aber interessante Situationen erzeugen: Ein Fluchtfahrzeug mit fast leerem Tank wäre plötzlich ein echtes Problem.
Bis Rockstar dieses System vollständig erklärt, sollte man diesen Punkt allerdings weiterhin mit etwas Vorsicht betrachten.
Geld ist offenbar nicht mehr einfach nur eine Zahl
Ebenfalls interessant sind Hinweise auf ein umfangreicheres Wirtschaftssystem.
Leaks sprechen davon, dass zwischen Bankguthaben, Bargeld und gestohlener Beute unterschieden wird. Bargeld könnte verloren gehen, während Geld auf dem Konto geschützt wäre. Gestohlene Gegenstände müssten dagegen zunächst verkauft werden.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung, könnte für die offene Welt aber große Auswirkungen haben. Ein erfolgreicher Raub wäre nicht zwangsläufig vorbei, sobald man der Polizei entkommen ist. Die Beute müsste anschließend möglicherweise noch sicher zu einem Hehler gebracht werden.
Genau solche zusätzlichen Schritte würden hervorragend zu dem Eindruck passen, den der Extended Look vermittelt: Kriminalität soll weniger abstrakt und stärker als tatsächliche Tätigkeit funktionieren.
Kleine Überfälle könnten endlich wieder richtig Spaß machen
Der Extended Look zeigt mehrfach kleinere Überfälle und kriminelle Aktivitäten abseits gigantischer Hollywood-Setpieces.
Genau das könnte für GTA 6 enorm wichtig werden.
Nicht jeder Raub muss eine minutiös vorbereitete Mission mit mehreren Millionen Dollar Beute sein. Tankstellen, Geschäfte und andere kleinere Ziele können eine offene Spielwelt enorm bereichern, wenn sie spontan überfallen werden können und anschließend tatsächlich Konsequenzen entstehen.
Zusammen mit dem neuen Polizeisystem, möglicher Beute, Fluchtfahrzeugen und Hehlern könnte daraus ein kleiner Gameplay-Kreislauf entstehen: Ziel auswählen, Vorgehensweise bestimmen, Beute machen, entkommen und anschließend versuchen, das Diebesgut zu Geld zu machen.
Das klingt simpel – ist aber genau die Art von Sandbox-Gameplay, die GTA besonders gut steht.
Das Smartphone wird zum Werkzeug für die offene Welt
Natürlich besitzt auch GTA 6 wieder ein Smartphone. Diesmal scheint es allerdings noch stärker mit der eigentlichen Spielwelt verbunden zu sein.
Banking, Nachrichten, Fahrdienste und weitere Funktionen sollen direkt darüber erreichbar sein. Besonders interessant ist Rockstars erneute Beschäftigung mit sozialen Netzwerken.
Schon frühere Trailer machten deutlich, dass Social Media einen großen Stellenwert in Leonida besitzt. Interessant wird nun die Frage, ob Posts tatsächlich auf Ereignisse innerhalb der Spielwelt hinweisen können.
Genau hierzu gibt es Hinweise aus den aktuellen Gameplay-Informationen: Entdeckt man einen interessanten Beitrag, könnte man den entsprechenden Ort aufsuchen und dort tatsächlich auf das Ereignis treffen.
Damit wäre Social Media nicht nur eine Parodie auf TikTok, Instagram und Co., sondern gleichzeitig eine Art organischer Event-Finder.
Fitness und körperliche Veränderungen sind zurück
Fans von GTA: San Andreas dürften bei diesem Punkt besonders aufmerksam werden.
Im Extended Look ist zu sehen, dass Fitnessstudios tatsächlich genutzt werden können. Charaktere trainieren mit Gewichten und können offenbar unterschiedliche Übungen durchführen.
Weitere Informationen und frühere Leaks deuten darauf hin, dass Training und Ernährung Einfluss auf den Körper haben können. Wie weit dieses System tatsächlich geht, bleibt noch abzuwarten.
Schon die grundsätzliche Rückkehr solcher Mechaniken ist aber bemerkenswert. GTA 5 hatte viele dieser Rollenspiel-Elemente stark zurückgefahren. GTA 6 scheint einige davon wieder aufzugreifen, ohne deshalb gleich ein vollwertiges Rollenspiel werden zu wollen.
Basketball, Tauchen, Jetskis und jede Menge Freizeit
Auch abseits von Verbrechen scheint Leonida einiges zu bieten.
Im Extended Look sind zahlreiche Freizeitaktivitäten zu erkennen. Basketball gehört ebenso dazu wie Training, Wassersport und unterschiedliche Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Jetskis, Kajaks und Tauchen zeigen gleichzeitig, dass Rockstar die Wasserflächen offenbar stärker nutzen möchte.
Dazu kommen Straßenrennen, Motorräder, Nachtleben und weitere Aktivitäten. Selbst improvisierte Kämpfe beziehungsweise Wrestling-artige Veranstaltungen sind zu sehen.
Und eine für manche Spieler vielleicht mindestens genauso wichtige Frage wurde ebenfalls beantwortet: Hunde lassen sich offenbar streicheln.
Das Entscheidende ist nicht die reine Anzahl dieser Aktivitäten. GTA 6 muss dafür sorgen, dass sie sich sinnvoll in Leonida einfügen. Genau danach sieht es bislang aus.
NPCs könnten endlich wieder mehr als Statisten sein
Hier macht sich der Einfluss von Red Dead Redemption 2 besonders deutlich bemerkbar.
Rockstars Western besitzt bis heute eines der überzeugendsten NPC-Systeme in einer offenen Spielwelt. Menschen reagieren auf Arthur Morgan, können angesprochen werden und verhalten sich abhängig von Situation und Umgebung unterschiedlich.
GTA 6 scheint Teile dieser Philosophie zu übernehmen.
Im neuen Material wirken NPCs deutlich reaktiver. Menschen unterhalten sich, beobachten Ereignisse und reagieren unterschiedlich auf das Verhalten des Spielers. Die Welt soll dadurch weniger nach einer Ansammlung zufällig herumwandernder Passanten aussehen.
Gerade in einer dicht bevölkerten Großstadt könnte das einen enormen Unterschied machen.
Schießereien wirken schwerer und direkter
Auch beim Gunplay hat Rockstar sichtbar gearbeitet.
Animationen besitzen mehr Gewicht, Treffer wirken kräftiger und die Bewegungen der Charaktere erscheinen deutlich natürlicher. Gleichzeitig scheint freies Zielen stärker in den Vordergrund zu rücken.
Das aus früheren GTA-Spielen bekannte sehr aggressive automatische Aufschalten auf Gegner könnte zugunsten eines moderneren Aim-Assists zurückgefahren worden sein.
Darüber hinaus gibt es Hinweise auf spektakuläre Zeitlupen- beziehungsweise Killcam-Momente, die Erinnerungen an Red Dead Redemption oder Max Payne wecken.
Ob diese Mechaniken jederzeit verfügbar sind oder nur unter bestimmten Bedingungen auftreten, lässt sich aus dem bisherigen Material noch nicht eindeutig ableiten.
Auch der Nahkampf bekommt offenbar mehr Tiefe
Neben Schusswaffen fällt das Nahkampfsystem auf.
Charaktere weichen Angriffen aus, reagieren auf Schläge und bewegen sich während Auseinandersetzungen deutlich dynamischer als noch in GTA 5. Im Extended Look ist zudem ein improvisierter Kampfring zu sehen.
Das muss noch kein komplexes Kampfsystem wie in einem Fighting Game bedeuten. Schon bessere Ausweich-, Block- und Kontermöglichkeiten würden Straßenkämpfe jedoch wesentlich interessanter machen.
Kleidung könnte diesmal spielerische Bedeutung haben
Kleidung war in GTA lange hauptsächlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. GTA 6 könnte daraus eine richtige Mechanik machen.
Wenn die Polizei tatsächlich stärker darauf achtet, wie eine gesuchte Person aussieht, würde ein Outfitwechsel während einer Flucht plötzlich Sinn ergeben.
Auch Verkleidungen sind im neuen Material zu sehen.
Dadurch könnten Kleidungsgeschäfte und mitgeführte Outfits einen völlig neuen Stellenwert bekommen. Aus einem kosmetischen Feature würde ein Werkzeug, um nach einem Verbrechen unterzutauchen.
Die eigenen vier Wände sollen mehr als ein Speicherpunkt sein
Auch bei Unterkünften scheint Rockstar stärker auf Red Dead Redemption 2 zu schauen.
In GTA 5 dienten Wohnungen hauptsächlich dazu, Kleidung zu wechseln, Fahrzeuge zu lagern und das Spiel zu speichern. GTA 6 zeigt wesentlich mehr alltägliche Interaktionen.
Fernsehen, Getränke aus dem Kühlschrank holen und weitere kleine Beschäftigungen vermitteln eher das Gefühl eines tatsächlichen Zuhauses.
Das klingt zunächst banal. Gerade solche Details waren allerdings ein Grund dafür, warum sich das Camp aus Red Dead Redemption 2 so glaubwürdig angefühlt hat.
Wenn Rockstar diese Philosophie auf Wohnungen und Häuser in GTA 6 überträgt, könnten Safehouses erstmals seit langer Zeit wieder Orte sein, an denen man sich tatsächlich gerne aufhält.
Busse und Taxis erleichtern lange Wege
Bei einer derart großen Karte braucht GTA 6 natürlich Möglichkeiten, schnell von einem Ende Leonidas zum anderen zu gelangen.
Taxis kehren zurück und auch Busse scheinen eine Rolle bei der Fortbewegung beziehungsweise Schnellreise zu spielen. Ob weitere Verkehrsmittel ebenfalls für Fast Travel verwendet werden können, bleibt offen.
Wichtig ist vor allem, dass Rockstar trotz der Größe der Welt verhindert, dass lange Fahrten irgendwann zur Pflichtübung werden.
Rund 80 Stunden? Hier sollte man vorsichtig sein
Aktuell kursiert außerdem die Zahl von ungefähr 80 Stunden Spielzeit.
Diese Angabe sollte allerdings nicht als bestätigte Länge der Hauptgeschichte verstanden werden. Sie stammt aus einem beschriebenen kompletten Durchlauf, bei dem neben dem eigentlichen Fortschritt auch optionale Inhalte und andere Aktivitäten gespielt wurden.
Daraus lässt sich lediglich ableiten, dass ein umfangreicher Durchgang durch GTA 6 problemlos in dieser Größenordnung liegen könnte.
Wie viele Stunden ausschließlich für die Hauptmissionen notwendig sind, wissen wir weiterhin nicht – und genau diese Information wollen wir an dieser Stelle ohnehin nicht mit möglichen Story-Spoilern vermischen.
30 FPS auf Konsolen sorgen bereits für Diskussionen
Technisch beeindruckt GTA 6 enorm. Das gesamte Material des Extended Look wurde laut Rockstar auf einer PlayStation 5 aufgenommen.
Die hohe Grafikqualität hat allerdings ihren Preis. Die bei den Präsentationen gezeigte Version lief mit 30 Bildern pro Sekunde.
Das bedeutet noch nicht automatisch, dass GTA 6 zum Release ausschließlich mit 30 FPS gespielt werden kann. Einen Performance-Modus oder eine 60-FPS-Option hat Rockstar bislang aber auch nicht bestätigt.
Angesichts der enormen NPC-Dichte, komplexen Simulation, Beleuchtung und detaillierten Umgebung dürfte GTA 6 nicht nur die GPU, sondern insbesondere die CPU der Konsolen stark beanspruchen.
Bis Rockstar die verschiedenen Grafikmodi offiziell vorstellt, bleibt eine endgültige Aussage zu 60 FPS deshalb Spekulation.
GTA 6 wirkt plötzlich weniger wie GTA 5.5
Nach dem Extended Look ist vor allem eines deutlich: Die technische Weiterentwicklung ist nur ein Teil dessen, was GTA 6 von seinem Vorgänger unterscheiden soll.
Das neue Fahndungssystem, reaktivere NPCs, körperliche Veränderungen, detailliertere Autodiebstähle, möglicherweise Kraftstoff, ein komplexerer Umgang mit Beute, interaktivere Unterkünfte und zahlreiche Freizeitaktivitäten lassen GTA 6 deutlich stärker in Richtung einer simulierten Welt gehen.
Dabei scheint Rockstar Elemente aus drei seiner wichtigsten Spiele zusammenzuführen.
Die Freiheit und das Chaos stammen weiterhin aus GTA. Die kleinen Rollenspiel- und Charakterelemente erinnern an GTA: San Andreas. Und bei der Glaubwürdigkeit der Welt, den NPCs und zahlreichen alltäglichen Interaktionen ist der Einfluss von Red Dead Redemption 2 kaum zu übersehen.
Genau darin könnte die größte Weiterentwicklung liegen. GTA 6 muss nicht einfach eine größere Version von GTA 5 werden. Leonida muss sich glaubwürdiger anfühlen.
Der Extended Look vermittelt erstmals überzeugend den Eindruck, dass Rockstar genau das versucht.
Wenn all diese Systeme außerhalb vorbereiteter Präsentationssituationen tatsächlich so ineinandergreifen, wie es momentan aussieht, könnte das Spannendste an GTA 6 am Ende nicht die Größe von Vice City oder die Grafik sein.
Es könnte die Frage sein, was passiert, wenn man einfach irgendwo abbiegt und schaut, wohin einen Leonida führt.