Auf The Witcher 4 werden wir noch eine ganze Weile warten müssen – jetzt wissen wir zumindest ungefähr, wie lange. CD PROJEKT RED peilt für den nächsten großen Teil seiner Fantasy-RPG-Reihe eine Veröffentlichung im Jahr 2028 an. Damit bekommt das bislang nur grob eingeordnete Projekt erstmals ein konkretes Releasefenster.
Die Information stammt von CD-PROJEKT-RED-Co-CEO Michał Nowakowski, der im Vorfeld der Gamescom über die Zukunft der Witcher-Reihe gesprochen hat. Das Studio arbeitet weiterhin an The Witcher 4 als Auftakt einer neuen Saga, in der Ciri erstmals die zentrale spielbare Hauptfigur eines Hauptteils übernimmt.
2028 ist jetzt das offizielle Ziel
Bislang hatte CD PROJEKT RED vor allem deutlich gemacht, wann wir nicht mit The Witcher 4 rechnen sollten. Nun wird die Planung konkreter.
Nach aktuellem Stand zielt das Studio auf eine Veröffentlichung im Jahr 2028.
Ein genauer Monat oder Termin wurde noch nicht genannt. Ebenso wichtig ist deshalb die Formulierung: 2028 ist das derzeitige Ziel und kein unumstößlicher finaler Releasetag.
Bei einem Projekt dieser Größenordnung kann sich ein Zeitplan während der Entwicklung weiterhin verändern.
Ciri übernimmt die Hauptrolle
Inhaltlich bleibt die wichtigste Veränderung gegenüber The Witcher 3 bestehen: Geralt übergibt die zentrale Rolle an Ciri.
CD PROJEKT RED beschreibt sie inzwischen ausdrücklich als professionelle Monsterjägerin, die am Beginn einer neuen Witcher-Saga ihre eigene Reise durch eine brutale Dark-Fantasy-Welt antritt.
Damit soll The Witcher 4 keine einfache Verlängerung von Geralts Geschichte werden, sondern einen neuen Abschnitt innerhalb desselben Universums eröffnen.
Eine neue Witcher-Saga beginnt
Das ist auch langfristig relevant.
The Witcher 4 wurde von Beginn an als Auftakt einer neuen Saga positioniert. Entsprechend dürfte das Spiel nicht als isolierte Fortsetzung geplant sein, sondern den Grundstein für mehrere zukünftige Projekte legen.
Wie direkt weitere Hauptspiele anschließend aufeinander aufbauen, ist noch nicht bekannt.
Kovir spielt eine wichtige Rolle
Einen ersten Eindruck von der neuen Welt vermittelte CD PROJEKT RED bereits mit seiner Unreal-Engine-5-Tech-Demo.
Darin reiste Ciri gemeinsam mit ihrem Pferd Kelpie durch Kovir. Die Region war bislang zwar Teil der Witcher-Welt, wurde in den Spielen jedoch noch nie in dieser Form erkundet.
Die Demo führte durch dichte Wälder und Gebirgsregionen bis in die Hafenstadt Valdrest.
Die Tech-Demo war kein echtes Gameplay
Bei der bisherigen Präsentation ist weiterhin eine wichtige Unterscheidung notwendig.
CD PROJEKT RED hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die gezeigte Unreal-Engine-5-Demo kein Ausschnitt aus dem fertigen Spiel war.
Stattdessen sollte sie demonstrieren, welche Technologien das Studio gemeinsam mit Epic Games für große offene Welten entwickelt und welche technische Richtung The Witcher 4 einschlägt.
60 FPS auf einer PlayStation 5
Die technische Präsentation lief laut CD PROJEKT RED auf einer regulären PlayStation 5 mit 60 Bildern pro Sekunde.
Das war vor allem deshalb interessant, weil die Demo eine sehr dichte Vegetation, große Menschenmengen und umfangreiche offene Areale zeigte.
Zum Einsatz kamen unter anderem Nanite Foliage, das neue Unreal Animation Framework, MetaHuman-Technologie und Mass AI für große Menschenansammlungen.
CD Projekt Red arbeitet eng mit Epic Games zusammen
The Witcher 4 markiert für das Studio außerdem einen grundlegenden technologischen Wechsel.
Nach Jahren mit der eigenen REDengine entwickelt CD PROJEKT RED das neue Spiel mit Unreal Engine 5.
Das Unternehmen verwendet die Engine allerdings nicht einfach in ihrer Standardform. Gemeinsam mit Epic Games entstehen Werkzeuge und Erweiterungen, die speziell große Open Worlds besser unterstützen sollen.
Ein Teil dieser Technik soll später auch anderen Unreal-Engine-Entwicklern zur Verfügung stehen.
PC, PlayStation und Xbox bleiben die Zielplattformen
CD PROJEKT RED nennt weiterhin PC, PlayStation und Xbox als Plattformen für die technische Grundlage des Spiels.
Konkrete Konsolenmodelle für einen Release im Jahr 2028 sind allerdings ein interessantes Thema.
Aktuell wird das Projekt weiterhin mit PlayStation 5 und Xbox Series X|S in Verbindung gebracht, und die Tech-Demo lief auf PS5-Hardware.
Bis 2028 könnte sich der Konsolenmarkt jedoch bereits in einer Übergangsphase zur nächsten Generation befinden.
Könnte The Witcher 4 ein Cross-Gen-Spiel werden?
Genau diese zeitliche Lage wirft eine spannende Frage auf.
Sollten Sony und Microsoft bis dahin neue Konsolen auf den Markt bringen, müsste CD PROJEKT RED entscheiden, ob The Witcher 4 weiterhin vollständig für PS5 und Xbox Series X|S erscheint oder zusätzlich beziehungsweise stärker für die nächste Generation optimiert wird.
Bislang gibt es dazu keine offizielle Aussage.
Eine Veröffentlichung auf nicht angekündigter Hardware sollte deshalb momentan nicht als bestätigt betrachtet werden.
2028 gibt dem Studio ungewöhnlich viel Entwicklungszeit
Das neue Releasefenster zeigt gleichzeitig, wie vorsichtig CD PROJEKT RED mit seinem wichtigsten Projekt umgeht.
Nach den Problemen rund um den ursprünglichen Start von Cyberpunk 2077 hatte das Unternehmen seine Entwicklungs- und Qualitätssicherungsprozesse grundlegend verändert.
The Witcher 4 soll offensichtlich nicht unter ähnlichem Zeitdruck veröffentlicht werden.
Das Projekt ist längst in voller Produktion
The Witcher 4 befindet sich nicht mehr nur in einer frühen Konzeptphase.
CD PROJEKT RED arbeitet mit einem großen Team an dem Titel, und die technologische Basis wurde bereits über längere Zeit gemeinsam mit Epic Games aufgebaut.
Das Jahr 2028 bedeutet deshalb nicht, dass die eigentliche Entwicklung erst beginnt. Vielmehr zeigt das Fenster, welche Dimension das Studio für das Projekt plant.
Spielerentscheidungen sollen erneut zentral sein
Auch wenn konkrete Questdetails noch fehlen, bleibt eines der wichtigsten Prinzipien der Reihe erhalten.
CD PROJEKT RED hat mehrfach betont, dass Entscheidungen und die Freiheit des Spielers innerhalb der Geschichte eine zentrale Rolle spielen sollen.
Gerade mit Ciri als neuer Hauptfigur entsteht dabei eine interessante Herausforderung: Sie ist bereits eine stark definierte Persönlichkeit, soll Spielern aber gleichzeitig genügend Freiraum für unterschiedliche Entscheidungen und Spielweisen geben.
Ciri wird zur vollwertigen Hexerin
Der erste Cinematic-Trailer machte außerdem deutlich, dass Ciri inzwischen aktiv Hexeraufträge übernimmt.
Sie nutzt Schwerter, Magie und zusätzliche Werkzeuge im Kampf gegen Monster.
Ihre Fähigkeiten sollen dabei nicht einfach Geralts Kampfstil kopieren. Ciri besitzt durch ihre Herkunft und ihre besonderen Kräfte grundsätzlich andere Möglichkeiten, wodurch CD PROJEKT RED wesentlich mehr Freiraum bei der Gestaltung des Kampfsystems hat.
Die erste Präsentation setzte bereits einen deutlich dunkleren Ton
Der Reveal-Trailer zeigte Ciri bei einem Monsterauftrag in einem abgelegenen Dorf.
Die eigentliche Kreatur war dabei nur ein Teil des Problems. Wie schon in den früheren Witcher-Spielen wurde schnell deutlich, dass menschliche Angst, Aberglaube und Gewalt mindestens genauso gefährlich sein können.
Damit möchte das Studio offenbar genau jene moralisch schwierigen Geschichten fortsetzen, für die die Reihe bekannt geworden ist.
The Witcher 4 soll CDPRs ambitioniertestes Open-World-Spiel werden
CD PROJEKT RED bezeichnet das Projekt selbst als sein bislang ambitioniertestes Witcher-Spiel.
Das ist eine große Ansage.
The Witcher 3 gehört noch immer zu den bekanntesten Open-World-RPGs der vergangenen Jahre und setzte insbesondere bei Questdesign und Nebenhandlungen Maßstäbe.
Der vierte Teil muss deshalb nicht einfach nur technisch größer werden. Entscheidend wird sein, ob die offene Welt erneut mit glaubwürdigen Geschichten und relevanten Entscheidungen gefüllt werden kann.
Vor 2028 gibt es trotzdem weitere Witcher-Inhalte
Fans müssen bis dahin nicht vollständig auf neue Inhalte verzichten.
CD PROJEKT RED baut das Witcher-Universum parallel weiter aus und nutzt die Gamescom 2026 unter anderem für weitere Projekte rund um die Marke.
The Witcher 4 bleibt dennoch klar das wichtigste langfristige Projekt des Studios.
Fachliche Einordnung
2028 klingt zunächst enttäuschend weit entfernt. Für The Witcher 4 könnte genau diese lange Entwicklungszeit allerdings eine gute Nachricht sein.
CD PROJEKT RED steht bei diesem Spiel unter enormem Erwartungsdruck. The Witcher 3 zählt zu den erfolgreichsten Rollenspielen überhaupt, während Cyberpunk 2077 beim ursprünglichen Release gezeigt hat, welche Folgen ein zu aggressiver Zeitplan haben kann.
Hinzu kommt diesmal ein grundlegender technischer Wechsel. Das Studio baut nicht nur ein neues Spiel, sondern entwickelt gemeinsam mit Epic Games umfangreiche Open-World-Technologien innerhalb der Unreal Engine 5.
Gleichzeitig beginnt erzählerisch eine neue Ära. Ciri muss als Hauptfigur funktionieren, ohne lediglich Geralt zu ersetzen. Die neue Saga muss vertraut genug sein, um sich weiterhin wie The Witcher anzufühlen, aber gleichzeitig genügend eigene Ideen entwickeln.
Das Jahr 2028 verschafft dem Studio dafür Zeit.
Interessant wird nun vor allem, wann wir erstmals echtes Gameplay sehen. Die bisherige Tech-Demo ist technisch beeindruckend, aber ausdrücklich keine Gameplay-Sequenz aus dem fertigen Spiel.
Mit dem ersten Releasefenster wird The Witcher 4 allerdings erstmals greifbarer: Die neue Saga kommt nach aktuellem Plan 2028 – und damit beginnt jetzt die lange Zielgerade für eines der wichtigsten kommenden Rollenspiele.