Bei Bambu Lab deutet sich eine größere Produktoffensive an. Der Hersteller hat für den 3. November 2026 die Vorstellung des neuen H3C angekündigt. Besonders interessant ist dessen Werkzeugwechsler, der gleich neun Werkzeuge aufnehmen soll. Doch der H3C ist offenbar nicht das einzige Gerät, an dem Bambu Lab arbeitet. In Zulassungsunterlagen sind auch ein P3C, ein X2D Pro und neue AMS-Systeme aufgetaucht. Hinzu kommt der bereits angekündigte 3D-Handscanner S1. Wir haben die offiziellen Informationen, bisherigen Leaks und Spekulationen zusammengetragen und zeigen, was tatsächlich bekannt ist.
Kaum ein Hersteller hat den Markt für Desktop-3D-Drucker in den vergangenen Jahren so stark geprägt wie Bambu Lab. Vor allem die Kombination aus hohen Druckgeschwindigkeiten, automatischer Kalibrierung und vergleichsweise einfacher Bedienung hat dazu beigetragen, dass sich die Geräte sowohl bei Einsteigern als auch bei erfahrenen Makern etabliert haben.
Inzwischen geht es allerdings längst nicht mehr nur darum, einen Druck möglichst schnell fertigzustellen. Besonders beim Mehrfarb- und Multimaterialdruck rücken Materialverbrauch, Wechselzeiten und die Zuverlässigkeit der verschiedenen Systeme in den Mittelpunkt.
Mit dem H3C könnte Bambu Lab nun einen weiteren Schritt gehen. Der kommende Drucker soll gleich neun Werkzeuge innerhalb einer Maschine nutzen können. Gleichzeitig deuten behördliche Zulassungsunterlagen darauf hin, dass weitere Modelle vorbereitet werden.
Bambu Lab H3C: Vorstellung am 3. November offiziell angekündigt
Der wichtigste Termin steht bereits fest: Am 3. November 2026 um 15 Uhr deutscher Zeit will Bambu Lab weitere Informationen zum H3C veröffentlichen.
Am 23. Oktober hat der Hersteller einen kurzen Teaser veröffentlicht und damit die Existenz des neuen Druckers offiziell bestätigt.
Der H3C wird darin als Werkzeugwechsler mit neun integrierten Werkzeugen vorgestellt. Bambu Lab spricht von einer neuen Wechseltechnologie, verrät aber noch nicht, wie das System im Detail funktioniert.
Ein kurzes Video zeigt eine bewegliche Werkzeugaufnahme, in der mehrere Werkzeuge untergebracht sind. Die Konstruktion scheint sich innerhalb des Druckers absenken beziehungsweise bewegen zu können.
Damit ist inzwischen deutlich mehr bekannt als noch wenige Tage zuvor, als lediglich ein angeblich versehentlich veröffentlichtes Werbebanner im Internet kursierte.
Der erste Leak: Ein Banner aus dem australischen Bambu-Lab-Shop
Bereits vor der offiziellen Bestätigung sorgte ein Screenshot auf Reddit für Aufmerksamkeit. Ein Nutzer berichtete, dass im australischen Onlineshop von Bambu Lab kurzzeitig ein bislang unbekanntes Werbebanner zu sehen gewesen sei.
Darauf war der Name H3C zusammen mit dem englischen Slogan „Tool Changer. Game Changer.“ zu erkennen.
Außerdem zeigte das Motiv neun nummerierte Werkzeugplätze und mehrere separate Filamentzuführungen.
Nach Angaben des Nutzers verschwand das Banner beim erneuten Laden der Webseite wieder. Zunächst ließ sich deshalb nicht unabhängig bestätigen, ob die Aufnahme tatsächlich aus dem offiziellen Shop stammte.
Mit dem inzwischen veröffentlichten Herstellerteaser haben sich jedoch wesentliche Elemente des Leaks bestätigt: Der H3C existiert, besitzt ein System mit neun Werkzeugen und soll Anfang November näher vorgestellt werden.
Das ursprüngliche Banner nannte den 4. November nach australischer Zeit. Die offizielle Ankündigung nennt dagegen den 3. November um 9 Uhr EST. Die unterschiedlichen Datumsangaben hängen mit den jeweiligen Zeitzonen zusammen.
Neun Werkzeuge: Was könnte das für den Mehrfarbdruck bedeuten?
Der auffälligste Unterschied zu vielen bisherigen Desktop-3D-Druckern ist die Anzahl der vorgesehenen Werkzeuge.
Bei klassischen Mehrfarbsystemen wird häufig ein einzelner Druckkopf verwendet. Soll die Farbe gewechselt werden, muss zunächst das bisherige Filament aus dem Schmelzbereich entfernt und anschließend das neue Material zugeführt werden.
Dabei entsteht häufig Materialabfall, weil die Düse vor dem nächsten Druckabschnitt gespült werden muss.
Ein Werkzeugwechsler verfolgt einen anderen Ansatz. Statt ausschließlich das Filament innerhalb eines Druckkopfes zu wechseln, können verschiedene Werkzeuge bereitgehalten und bei Bedarf ausgetauscht werden.
Dadurch könnten sich Materialwechsel beschleunigen und die erforderlichen Spülmengen reduzieren.
Gerade bei komplexen Objekten mit vielen Farbwechseln wäre das ein interessanter Vorteil.
Ob der H3C tatsächlich vollständige Druckköpfe, einzelne Hotends oder anders aufgebaute Werkzeuge wechselt, hat Bambu Lab bislang nicht im Detail erklärt.
Auch ist noch nicht bestätigt, welche Materialkombinationen unterstützt werden und wie viele Farben innerhalb eines Druckauftrags tatsächlich genutzt werden können.
Wie unterscheidet sich der H3C vom bisherigen H2C?
Mit dem H2C besitzt Bambu Lab bereits einen Drucker, der beim Mehrfarbdruck auf ein spezielles Wechselsystem setzt.
Das sogenannte Vortek-System arbeitet mit austauschbaren Hotends beziehungsweise Düsen. Dadurch kann der Drucker verschiedene Materialien verarbeiten, ohne jeden Farbwechsel ausschließlich über das vollständige Spülen einer einzelnen Düse abwickeln zu müssen.
Der H2C nutzt sechs wechselbare Hotends und kann in seiner vorgesehenen Konfiguration bis zu sieben Farben verarbeiten.
Der H3C scheint dagegen eine andere Konstruktion zu verwenden. Die bislang gezeigte Werkzeugaufnahme besitzt neun Plätze, die über separate Filamentwege versorgt werden.
Damit könnte der neue Drucker stärker auf den direkten Wechsel verschiedener Druckwerkzeuge ausgelegt sein.
Ob daraus tatsächlich kürzere Wechselzeiten, weniger Abfall oder eine höhere Zuverlässigkeit entstehen, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen.
Entscheidend werden die technischen Details und unabhängige Praxistests sein.
Bambu Lab P3C: Weiterer Drucker in Zulassungsunterlagen entdeckt
Neben dem H3C gibt es konkrete Hinweise auf ein weiteres Modell mit der Bezeichnung P3C.
Der Name tauchte im September 2026 in Unterlagen der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FCC auf.
Die Anmeldung läuft auf Shenzhen Tuozhu Technology, das Unternehmen hinter Bambu Lab. Als Gerätetyp wird ein 3D-Drucker geführt.
Die Unterlagen enthalten die Modellkennung PF006-P und die FCC-ID 2A6J8-PF006P.
Damit ist dokumentiert, dass ein Gerät mit dieser Bezeichnung zur Funkzulassung eingereicht wurde.
Was sich hinter dem P3C verbirgt, ist dagegen noch weitgehend offen.
Der Name könnte auf eine neue Generation innerhalb der P-Serie hindeuten. Das ist bislang allerdings lediglich eine Interpretation der bisherigen Produktbezeichnungen.
Auch die Frage, ob Bambu Lab den P3C mit einem Werkzeugwechsler, einem klassischen Filamentwechsler oder einer anderen Lösung ausstattet, ist offiziell nicht beantwortet.
P3C-Leaks: Hinweise auf sieben Werkzeugplätze
Inzwischen kursieren weitere Berichte über bislang nicht offiziell veröffentlichte Aufnahmen des P3C.
Demnach soll auf den Bildern eine Konstruktion mit sieben Werkzeugplätzen zu erkennen sein.
Das würde darauf hindeuten, dass Bambu Lab das Konzept des Werkzeugwechslers möglicherweise nicht ausschließlich für den H3C vorsieht.
Eine solche Aufteilung könnte auch zur bisherigen Produktstrategie passen: Während die H-Serie stärker auf anspruchsvolle Anwendungen ausgerichtet ist, könnte ein Modell der P-Serie eine andere Preis- und Leistungsklasse bedienen.
Allerdings sind weder die genaue Konstruktion noch die Anzahl tatsächlich nutzbarer Werkzeuge vom Hersteller bestätigt worden.
Auch die Echtheit und Vollständigkeit der kursierenden Aufnahmen sollten bis zu einer offiziellen Präsentation mit Vorsicht bewertet werden.
Ein Vorstellungstermin für den P3C steht bislang nicht fest.
Bambu Lab X2D Pro: Neue Variante des X2D in Vorbereitung?
Ein weiteres Modell, das in den FCC-Unterlagen auftaucht, trägt den Namen X2D Pro.
Die entsprechende Anmeldung wurde ebenfalls im September 2026 bekannt.
Die Modellkennung lautet PF004-E, die FCC-ID 2A6J8-PF004E.
Der Name deutet auf eine erweiterte Variante des bereits erhältlichen X2D hin.
Welche Verbesserungen Bambu Lab für eine mögliche Pro-Version plant, lässt sich aus den bisherigen Dokumenten jedoch nicht ableiten.
Denkbar wären beispielsweise zusätzliche Funktionen für professionelle Anwender, erweiterte Materialunterstützung oder neue Möglichkeiten zur Einbindung in Unternehmensnetzwerke.
Solche Überlegungen orientieren sich an der bisherigen Produktstrategie des Herstellers und sind keine bestätigten technischen Eigenschaften des X2D Pro.
Auch zu Preis, Bauraum und möglichem Verkaufsstart gibt es derzeit keine offiziellen Angaben.
Neue AMS-Systeme: AMS 3H und AMS 3P aufgetaucht
Die Hinweise auf neue Hardware beschränken sich nicht auf die eigentlichen Drucker.
In weiteren Zulassungsunterlagen werden auch die Bezeichnungen AMS 3H und AMS 3P genannt.
Das deutet darauf hin, dass Bambu Lab an zusätzlichen Systemen zur Filamentverwaltung arbeitet.
Die bisherigen AMS-Geräte übernehmen unter anderem die automatische Bereitstellung unterschiedlicher Filamente.
Für die neuen Varianten fehlen jedoch bislang konkrete technische Informationen.
Insbesondere ist nicht bekannt, ob die Systeme speziell für den H3C oder P3C entwickelt werden, welche Materialien unterstützt werden und ob eine Kompatibilität mit bestehenden Druckern vorgesehen ist.
Auch mögliche Funktionen wie eine erweiterte Filamenttrocknung oder zusätzliche Materialplätze sind bislang nicht bestätigt.
Bambu Lab S1: Neuer 3D-Handscanner für November angekündigt
Neben den Druckern hat Bambu Lab bereits ein weiteres Produkt offiziell angekündigt.
Der S1 soll der erste 3D-Handscanner des Herstellers werden und im November 2026 erscheinen beziehungsweise näher vorgestellt werden.
Eine entsprechende Ankündigung veröffentlichte Bambu Lab am 12. Oktober.
Die bisherigen Teaser zeigen ein kompaktes Handgerät, das offenbar für das Erfassen realer Gegenstände entwickelt wurde.
Für die Maker-Community könnte ein solches Produkt besonders interessant sein.
Mit einem geeigneten 3D-Scanner lassen sich reale Objekte digitalisieren und anschließend beispielsweise in einer CAD-Software weiterbearbeiten.
Das kann bei Ersatzteilen, Gehäusen, individuellen Halterungen oder der Anpassung bestehender Bauteile hilfreich sein.
Allerdings fehlen beim S1 bislang entscheidende Angaben. Bambu Lab hat weder die Messgenauigkeit noch die Auflösung, das Scanverfahren oder den Preis offiziell genannt.
Auch die Integration in bestehende Bambu-Software ist noch nicht im Detail bekannt.
Wann erscheinen die neuen Bambu-Lab-Geräte?
Für den H3C steht mit dem 3. November 2026 um 15 Uhr deutscher Zeit ein konkreter Termin fest.
Ob Bambu Lab an diesem Tag bereits den vollständigen Verkaufsstart bekannt gibt oder zunächst nur die technischen Details vorstellt, bleibt abzuwarten.
Für den S1 wurde November 2026 als Zeitraum angekündigt. Ein genauer Tag ist bislang nicht genannt.
Beim P3C, X2D Pro sowie den AMS-Systemen 3H und 3P gibt es dagegen noch keine bestätigten Vorstellungstermine.
Dass mehrere Geräte innerhalb kurzer Zeit bei der FCC aufgetaucht sind, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch gleichzeitig auf den Markt kommen.
Die Zulassungsunterlagen belegen zunächst lediglich, dass entsprechende Geräte zur Prüfung eingereicht wurden.
Welche technischen Daten fehlen noch?
Beim H3C sind vor allem der Bauraum, die Druckgeschwindigkeit, die unterstützten Materialien und die genaue Funktionsweise des Werkzeugwechslers interessant.
Ebenso offen sind die maximale Düsentemperatur, die Ausstattung der Druckkammer und die Kompatibilität mit bestehenden AMS-Systemen.
Auch die tatsächliche Zeit für einen Werkzeugwechsel dürfte eine wichtige Rolle spielen.
Ein System mit neun Werkzeugen klingt zunächst beeindruckend. Für die praktische Nutzung kommt es allerdings darauf an, wie zuverlässig die Mechanik arbeitet und wie schnell zwischen den einzelnen Werkzeugen gewechselt werden kann.
Hinzu kommen Fragen zur Wartung und zu möglichen Folgekosten.
Mehr Werkzeuge können zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, bedeuten aber möglicherweise auch einen höheren Aufwand bei Ersatzteilen und Verschleißkomponenten.
Für den P3C und X2D Pro fehlen noch deutlich mehr Informationen. Hier lassen sich derzeit keine belastbaren Aussagen über die spätere Leistung treffen.
Was bedeutet das für Besitzer eines aktuellen Bambu-Lab-Druckers?
Wer bereits einen aktuellen Bambu-Lab-Drucker besitzt, muss aufgrund der neuen Ankündigungen nicht automatisch über einen Wechsel nachdenken.
Die möglichen Vorteile eines Werkzeugwechslers hängen stark davon ab, welche Objekte gedruckt werden.
Wer überwiegend einfarbige Funktionsteile produziert, wird von neun Werkzeugen vermutlich weniger profitieren als Anwender, die regelmäßig komplexe Mehrfarb- oder Multimaterialdrucke herstellen.
Für Letztere könnten kürzere Wechselzeiten und ein geringerer Materialverbrauch allerdings interessant werden.
Ob der H3C tatsächlich einen spürbaren Fortschritt gegenüber bisherigen Lösungen bietet, lässt sich erst beurteilen, wenn konkrete Druckergebnisse und technische Messwerte vorliegen.
Auch beim P3C und X2D Pro wäre es verfrüht, allein aufgrund der Modellbezeichnungen einen deutlichen Leistungssprung vorauszusetzen.
Unser Fazit: Der November könnte für Bambu Lab besonders spannend werden
Mit dem H3C hat Bambu Lab bereits bestätigt, dass ein neuer 3D-Drucker mit neun Werkzeugen in Vorbereitung ist.
Die offizielle Präsentation am 3. November dürfte zeigen, wie der Hersteller das neue Wechselsystem technisch umgesetzt hat und welche Vorteile es gegenüber bisherigen Lösungen bietet.
Darüber hinaus machen die FCC-Einträge zum P3C und X2D Pro deutlich, dass weitere Geräte entwickelt werden.
Ob diese Modelle ebenfalls im November vorgestellt werden, ist allerdings noch nicht bekannt.
Mit dem S1-Handscanner erweitert Bambu Lab außerdem sein Portfolio über den klassischen 3D-Druck hinaus.
Für die Maker-Community ist vor allem interessant, wie gut die neuen Geräte und Systeme künftig zusammenarbeiten werden.
Fest steht: Der 3. November ist der nächste wichtige Termin. Bis dahin bleiben insbesondere die Preise, die tatsächliche Druckleistung und viele Details der neuen Wechseltechnik offen.