Filament gibt es inzwischen in nahezu jeder Preisklasse. Gerade bei PETG stellt sich deshalb schnell die Frage, ob ein günstigeres Material zuverlässig genug für längere und funktionale Drucke arbeitet oder ob man am Ende doch wieder zur bekannten Hausmarke greift.

Für unseren Test haben wir vier Farben des R3D PETG Matte auf einem Bambu Lab P2S ausprobiert und dabei bewusst keine aufwendige Profiloptimierung vorgenommen.

Getestet wurden:

  • Glacier Blue
  • Matte Yellow
  • Deep Navy Blue
  • Matte Gunmetal Gray

Der Schwerpunkt lag auf einem möglichst praxisnahen Test: Filament auspacken, einlegen, Temperatur anpassen und drucken.

Verpackung und erster Eindruck

Alle gelieferten Rollen erreichten uns unbeschädigt. R3D setzt auf vergleichsweise schlichte Kartons, die ihren Zweck erfüllen. Die Verpackungsqualität ist solide, auch wenn der Karton unserer Meinung nach etwas stärker ausfallen könnte.

Die Lieferung wurde zusätzlich in einem Kunststoffbeutel verschickt. Trotzdem kamen sowohl die Kartons als auch die Spulen unbeschädigt an.

Sehr positiv fiel die Vakuumierung auf. Die Folie lag bei allen Spulen straff am Material an und vermittelte einen sorgfältig verpackten Eindruck. Die Rollen waren bei der Ankunft sauber und fest vakuumiert.

Auch die Wicklung überzeugte bereits beim Auspacken. Das Filament lag ordentlich und gleichmäßig auf den Spulen. Lockere Bereiche oder auffällige Überkreuzungen konnten wir nicht feststellen. Vom ersten Eindruck her bewegt sich die Wicklungsqualität für uns auf einem Niveau, das wir auch von hochwertigen Filamenten erwarten.

Die Kunststoffspulen selbst besitzen Öffnungen und Sichtbereiche, über die sich der verbleibende Materialbestand grob erkennen lässt. Im späteren Betrieb auf dem externen Spulenhalter gab es mit den Rollen ebenfalls keinerlei Auffälligkeiten.

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Vier matte Farben im Test

Optisch gefällt uns das matte Finish sehr gut. Persönlich bevorzugen wir matte Filamente gegenüber stark glänzenden Varianten, wobei dieser Punkt natürlich Geschmackssache bleibt.

Zwischen den vier getesteten Farben konnten wir qualitativ keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Die Druckqualität war bei allen Rollen vergleichbar.

Technische Daten und Testbedingungen

Merkmal Angabe
Hersteller R3D
Produkt PETG Matte Filament
Material PETG
Filamentdurchmesser 1,75 mm
Spulengewicht 1 kg
Getestete Farben Glacier Blue, Matte Yellow, Deep Navy Blue, Matte Gunmetal Gray
Herstellerangabe Druckgeschwindigkeit bis zu 300 mm/s
Düsentemperatur laut Spulenangabe 230–260 °C
Heizbett laut Spulenangabe 70–90 °C
Trocknung bei Bedarf 60–65 °C für 4–8 Stunden
Testdrucker Bambu Lab P2S
Slicer Bambu Studio
Düse 0,4 mm, gehärteter Stahl
Filamentprofil Generic-Profil
Filament vor dem Test getrocknet Nein
Zuführung externer Spulenhalter
Preis zum Testzeitpunkt 15,99 € pro 1 kg

Die auf den Rollen angegebene Druckgeschwindigkeit von bis zu 300 mm/s haben wir nicht gezielt überprüft. Im Test wurde das normale Generic-Profil verwendet. Lediglich die Temperatur wurde an das Filament angepasst.

Der Herstellerwert ist deshalb keine von uns bestätigte oder gemessene Geschwindigkeit.

Ohne Trocknen direkt auf den Drucker

Für uns war besonders interessant, wie sich das Material ohne zusätzliche Vorbereitung schlägt.

Alle vier PETG-Matte-Spulen wurden direkt nach dem Öffnen der Vakuumverpackung eingesetzt. Eine vorherige Trocknung fand nicht statt.

In Bambu Studio nutzten wir das Generic-Profil. Abgesehen von der Temperatur haben wir das Profil bewusst nicht verändert.

Bereits der erste Druck mit Glacier Blue verlief vollständig problemlos. Das Filament ließ sich sauber zuführen und während des Druckvorgangs waren keine Besonderheiten zu beobachten.

Auch bei Matte Yellow, Deep Navy Blue und Matte Gunmetal Gray änderte sich dieser Eindruck nicht.

Alle vier Farben ließen sich problemlos einfädeln und wurden vom externen Spulenhalter gleichmäßig abgewickelt. Haken, Verklemmen oder ein auffälliger Lauf der Spulen traten in unserem Test nicht auf.

Ein AMS oder AMS 2 Pro kam nicht zum Einsatz. Aussagen zur praktischen AMS-Kompatibilität können wir deshalb aus diesem Test nicht ableiten.

Sauberes Druckbild ohne auffälliges Stringing

Beim Druck überzeugte vor allem, wie unkompliziert das PETG Matte zu verarbeiten war.

Bei den getesteten Rollen konnten wir kein auffälliges Stringing, keine Blobs und keine sichtbaren Oberflächenfehler feststellen.

Auch ungewöhnliches Knacken, Knistern oder Blubbern an der Düse fiel uns nicht auf.

Das matte Finish kam bei den fertigen Bauteilen gut zur Geltung. Gerade wer die für viele PETG-Sorten typische glänzendere Oberfläche nicht bevorzugt, bekommt hier eine interessante Alternative.

Auch hinsichtlich der Layer und der Haftung hatten wir nichts zu beanstanden. Die Drucke hafteten sehr gut am Druckbett. Schlechte Layerbindung oder offensichtliche Verarbeitungsprobleme konnten wir nicht feststellen.

Wichtig ist dabei die Testbedingung: Unsere Aussagen beziehen sich auf frisch geöffnete und ordentlich vakuumierte Rollen.

Wie sich das Filament nach längerer offener Lagerung und möglicher Feuchtigkeitsaufnahme verhält, haben wir nicht untersucht.

Mehr als nur ein kurzer Testdruck

Wir wollten das Filament nicht ausschließlich anhand eines kleinen Testmodells beurteilen.

Als praktisches Projekt druckten wir unter anderem eine Small Plate für das modulare Jig-System des xTool Omni O1.

Die Einstellungen:

  • 0,2 mm Schichthöhe
  • 3 Wände
  • 15 Prozent Infill

Der Druck benötigte rund 6,1 Stunden.

Damit musste das Material deutlich länger zuverlässig laufen als bei einem kleinen Kalibrierungsobjekt.

Die Platte kam ordentlich aus dem Drucker. Die Strukturen und Öffnungen waren für den vorgesehenen Einsatz sauber ausgeformt und das Bauteil praktisch nutzbar.

Probleme durch Warping, hochgezogene Ecken oder andere auffällige Verformungen stellten wir bei diesem Druck nicht fest.

Gerade bei einem funktionalen Bauteil ist uns ein solcher Test wichtiger als ein rein dekoratives Muster. Das R3D PETG Matte hat diesen mehrstündigen Druck ohne Eingreifen absolviert.

Die bisher gezeigten Drucke sind nur ein Teil unseres Tests. Weitere Bilder von Bauteilen, die wir mit dem R3D PETG Matte gedruckt haben, werden noch ergänzt.

Außerdem wird es noch einen weiteren Artikel geben, in dem das Filament bei einem konkreten Projekt erneut zum Einsatz kommt. Dort zeigen wir noch ausführlicher, wie sich das Material im praktischen Einsatz verarbeitet und welches Ergebnis damit erzielt werden kann.

Bleibt also gespannt – weitere Drucke, Bilder und Praxiserfahrungen folgen.

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Im Alltag kein spürbarer Nachteil gegenüber Bambu-Filament

Da wir auf einem Bambu Lab P2S gearbeitet haben, liegt der Vergleich mit Filament von Bambu Lab nahe.

In unserem bisherigen Praxistest konnten wir beim eigentlichen Druck keinen für uns relevanten Nachteil gegenüber dem von uns verwendeten Bambu-Lab-Filament feststellen.

Damit ist ausdrücklich keine Labormessung gemeint. Wir haben weder Zugfestigkeit noch Durchmesserschwankungen oder andere Materialparameter messtechnisch miteinander verglichen.

Es handelt sich um unseren praktischen Eindruck beim Einfädeln, Drucken und bei der Qualität der fertigen Bauteile.

Und genau dort funktionierte das R3D-Material so, wie wir es uns wünschen: Rolle einsetzen, Temperatur passend einstellen und drucken.

Was wir nicht getestet haben

Zu einem glaubwürdigen Filamenttest gehört auch, klar zu sagen, wo die Grenzen liegen.

Die angegebene maximale Druckgeschwindigkeit von bis zu 300 mm/s haben wir nicht gezielt ausgereizt.

Wir können deshalb nicht beurteilen, ob sich die gleiche Qualität auch bei bewusst sehr hohen Druckgeschwindigkeiten erzielen lässt.

Ebenso fand kein AMS-Test statt.

Eine längere Lagerung geöffneter Rollen und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen von Feuchtigkeit wurden ebenfalls nicht untersucht.

Preis und Konkurrenz

Mit 15,99 Euro für die 1-kg-Spule gehört R3D PETG Matte nicht zu den absolut billigsten Angeboten am Markt.

Für uns muss gutes Filament aber nicht zwingend auf den letzten Euro optimiert sein.

Wenn eine Rolle zuverlässig läuft, ordentlich gewickelt ist und mehrere Stunden ohne Probleme druckt, sind ein oder zwei Euro Unterschied gegenüber einem günstigeren Angebot nicht ausschlaggebend.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen würden wir die 15,99 Euro erneut bezahlen.

Das ist ausdrücklich unsere Einschätzung auf Basis der vier getesteten Rollen und keine Aussage darüber, dass günstigere Wettbewerber schlechter drucken würden.

Wo kann man das R3D PETG Matte kaufen?

Das R3D PETG Matte Filament kann sowohl direkt über die offizielle Webseite von R3D als auch über Amazon bestellt werden.

Wer direkt beim Hersteller kaufen möchte, findet dort neben den von uns getesteten Farben auch weitere Filamentvarianten und Materialien. Alternativ kann das Filament bequem über Amazon bestellt werden.

Amazon: https://link.amazon/B0euRW3y9
Offizielle Webseite: https://r3dprint.com/

Welche Variante sich mehr lohnt, hängt vom aktuellen Preis, der gewünschten Farbe und der jeweiligen Verfügbarkeit ab.

Fazit: Unkompliziertes PETG mit überzeugendem mattem Finish

Bei Filament wünschen wir uns eigentlich etwas sehr Einfaches: Es soll zuverlässig von der Rolle laufen, sauber extrudieren und am Ende ein gutes Bauteil liefern, ohne dass zunächst stundenlang Profile optimiert werden müssen.

Genau das hat R3D PETG Matte in unserem Test getan.

Alle vier getesteten Farben – Glacier Blue, Matte Yellow, Deep Navy Blue und Matte Gunmetal Gray – zeigten ein vergleichbares und sehr sauberes Druckverhalten.

Die Rollen waren ordentlich vakuumiert, die Wicklung hinterließ einen sehr guten Eindruck und auch auf dem externen Spulenhalter liefen sie problemlos.

Besonders positiv ist, dass wir die Spulen direkt aus der Verpackung und ohne vorherige Trocknung einsetzen konnten.

Mit dem Generic-Profil in Bambu Studio und lediglich angepasster Temperatur liefen sowohl die ersten Drucke als auch ein rund 6,1 Stunden dauernder funktionaler Druck ohne erkennbare Schwierigkeiten.

Das matte Finish gefällt uns persönlich sehr gut.

Stringing, Blobs, Warping oder andere offensichtliche Druckfehler konnten wir bei unseren bisherigen Drucken nicht feststellen.

Es gibt allerdings Grenzen unseres Tests. Die beworbenen 300 mm/s wurden nicht gezielt ausgereizt, ein AMS kam nicht zum Einsatz und Langzeiterfahrungen mit bereits länger geöffneten Rollen liegen noch nicht vor.

Für 15,99 Euro pro Kilogramm empfinden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nach den bisherigen Erfahrungen als stimmig.

Wer ein mattes PETG sucht und Wert auf unkomplizierte Verarbeitung legt, findet hier eine interessante Option.

Wir selbst würden das Material zu diesem Preis wieder kaufen – vor allem deshalb, weil alle vier verwendeten Rollen bislang genau das getan haben, was gutes Filament tun sollte: problemlos drucken.