Videospiele, bei denen der ganze Körper zum Controller wird, erleben einen neuen Anlauf. Mit der HUUCH BOX startet am 15. Oktober 2026 in den USA eine kompakte Spielkonsole, die Bewegungen über eine Kamera erfasst und direkt in das Spielgeschehen überträgt. Statt Joy-Cons, Controllern oder Sensorarmbändern sollen Sprünge, Ausweichbewegungen und Gesten ausreichen. Zum Marktstart kostet das angebotene Motion Bundle vorübergehend 179 US-Dollar. Für Deutschland ist bislang weder ein Preis noch ein Veröffentlichungstermin angekündigt.
Eine Kamera macht den Körper zur Spielfigur
Das System setzt auf eine kamerabasierte 3D-Körpererkennung. Nach Angaben von HUUCH analysiert die Software mehr als 400 Körperpunkte und kann bis zu vier Personen gleichzeitig verfolgen. Die Bewegungen steuern Spiele, ohne dass klassische Eingabegeräte benötigt werden. Der Anschluss an den Fernseher erfolgt über HDMI; die Box benötigt zusätzlich eine Stromversorgung. Das Konzept erinnert an frühere Bewegungssteuerungen wie Microsoft Kinect, will aber mit kompakter Hardware und einem familienorientierten Spieleangebot punkten.
Die Box trägt die Modellbezeichnung HCB001 und misst 6,5 × 6,6 × 10,2 Zentimeter bei einem Gewicht von 454 Gramm. Als Anschlüsse nennt HUUCH HDMI, USB-C und einen Stromanschluss. WLAN mit 2,4 und 5,8 GHz sowie Bluetooth sind vorgesehen. Für eine einzelne Person empfiehlt der Anbieter eine freie Fläche von 2 × 2 Metern, bei vier Personen sogar 2 × 6 Meter. Gerade dieser Platzbedarf könnte in kleineren Wohnzimmern zur Hürde werden.
Zehn Spiele zum Einstieg – weitere Inhalte per Abo
Zum Start bewirbt HUUCH drei eigens für das System entwickelte Spiele. In Legend of Relics kämpfen zwei Personen gemeinsam gegen Gegner und weichen Angriffen durch eigene Bewegungen aus. Captain’s Valor setzt auf kurze Schiffsduelle, während Fast Racing Rennen durch Gewichtsverlagerung und Sprünge steuert. Wer die HUUCH BOX zwischen dem 15. Oktober und 6. November 2026 aktiviert und registriert, soll diese drei Titel zusätzlich zu sieben dauerhaft kostenlosen Spielen erhalten.
Darüber hinaus verspricht der Hersteller eine Bibliothek mit mehr als 30 Spielen über den optionalen Game Pass. Der kostet 9,90 US-Dollar im Monat oder regulär 99 US-Dollar pro Jahr. Bis Ende Dezember 2026 bewirbt HUUCH für das Jahrespaket eine Aktion mit zwei Jahren zum Preis von einem. Pro Monat sollen zwei bis drei weitere Spiele hinzukommen. Damit ist die Hardware zwar vergleichsweise günstig, der langfristige Zugriff auf einen großen Teil des Katalogs kann jedoch laufende Kosten verursachen.
Preis, Bundle und Verfügbarkeit
Der heutige US-Verkaufsstart betrifft das HUUCH Motion Bundle, das für einen zeitlich begrenzten Einführungspreis von 179 US-Dollar angeboten wird. Laut Shop gehören neben der eigentlichen Box unter anderem ein HDMI-Kabel, Netzteil und das Hapticor-Zubehör dazu. Das Hapticor soll bei kompatiblen Spielen zusätzliche haptische Rückmeldungen ermöglichen. Als regulärer Bundle-Preis werden 299 US-Dollar genannt. Die einzeln gelistete HUUCH BOX kostet im Herstellershop ebenfalls 299 US-Dollar, war beim redaktionellen Abruf jedoch als nicht verfügbar gekennzeichnet. Die Angebote dürfen deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Der Hersteller versendet laut seinen Lieferbedingungen derzeit ausschließlich innerhalb der USA. Ob und wann die HUUCH BOX offiziell nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kommt, ist offen. Ebenso fehlen ein Europreis und Angaben zu einer möglichen deutschsprachigen Benutzeroberfläche. Wer aus dem DACH-Raum bestellen möchte, sollte deshalb nicht von einer regulären regionalen Verfügbarkeit ausgehen.
Datenschutz und praktische Fragen
HUUCH erklärt, dass die Kameradaten lokal verarbeitet und weder Videos aufgenommen noch Bilder gespeichert werden. Außerdem lässt sich die Kamera mit einer magnetischen Abdeckung verdecken. Diese Angaben sind bislang Herstelleraussagen; eine unabhängige technische Prüfung liegt unserer Redaktion nicht vor. Ein Test müsste insbesondere die Erkennung bei wechselnden Lichtverhältnissen, die Reaktionszeit, die Zuverlässigkeit bei vier Personen und die tatsächliche Datenverarbeitung untersuchen.