Game Freak ist für viele Spieler untrennbar mit Pokémon verbunden. Mit Beast of Reincarnation zeigt das Studio nun aber eine deutlich andere Seite: Das düstere Action-RPG erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC.
Wenn der Name Game Freak fällt, denken die meisten automatisch an Pokémon. Das ist verständlich, wird dem Studio aber nicht ganz gerecht. Mit Beast of Reincarnation steht jetzt ein Spiel im Mittelpunkt, das bewusst nicht nach knuffigen Taschenmonstern, Arenaorden oder Nintendo-Exklusivität aussieht. Stattdessen geht es in ein postapokalyptisches Japan, in dem eine junge Frau und ihr tierischer Begleiter gegen verdorbene Kreaturen ums Überleben kämpfen.
Ein anderes Game Freak
Beast of Reincarnation spielt im Japan des Jahres 4026. Die Welt ist von einer Verderbnis gezeichnet, die Natur, Tiere, Menschen und ganze Regionen verändert hat. Im Zentrum stehen Emma und ihr Hund Koo. Emma ist eine Ausgestoßene, die selbst von dieser Verderbnis betroffen ist, gleichzeitig aber eine besondere Verbindung zu den Kräften dieser Welt besitzt.
Der Ansatz ist für Game Freak interessant, weil das Studio hier nicht auf sein bekanntestes Muster setzt. Beast of Reincarnation wirkt eher wie ein düsteres Action-Rollenspiel mit melancholischer Grundstimmung, technischen Kämpfen und einem starken Fokus auf die Beziehung zwischen Hauptfigur und Begleiter. Das ist weit weg von dem Bild, das viele Spieler seit Jahrzehnten mit Game Freak verbinden.
Emma und Koo kämpfen als Einheit
Spielerisch beschreibt der Publisher Beast of Reincarnation als „One-Person, One-Dog Action RPG“. Emma kämpft direkt mit Schwertangriffen, Ausweichmanövern und Paraden, während Koo über Befehle eigene Techniken einsetzen kann. Dadurch soll sich das Kampfsystem nicht nur wie reine Echtzeit-Action anfühlen, sondern auch taktische Entscheidungen erlauben.
Besonders wichtig scheint das Parieren zu sein. Wer Angriffe sauber abwehrt, öffnet Gegner für Konter und kann gleichzeitig Möglichkeiten für Koos Fähigkeiten schaffen. Damit setzt das Spiel stärker auf Timing und Kontrolle als auf simples Draufhauen. Für Spieler, die bei Game Freak eher rundenbasierte Kämpfe erwarten, ist das ein deutlicher Bruch.
Postapokalyptisches Japan statt Pokémon-Region
Auch die Welt geht in eine andere Richtung. Statt einer bunten Abenteuerreise durch eine neue Pokémon-Region erwartet Spieler ein hartes, überwuchertes und gefährliches Japan der Zukunft. Wälder brechen durch zerstörte Landschaften, verdorbene Kreaturen beherrschen einzelne Gebiete und hinter Emma und Koos Reise steckt eine Geschichte voller offener Fragen.
Gerade dieser Ton macht Beast of Reincarnation spannend. Game Freak versucht hier nicht, Pokémon in dunkler zu erzählen, sondern baut eine eigene Welt mit eigenen Regeln. Ob daraus am Ende ein wirklich starkes Action-RPG wird, hängt vor allem davon ab, wie gut Kämpfe, Erkundung und Story im fertigen Spiel zusammenfinden.
Release auf PS5, Xbox und PC
Beast of Reincarnation erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Auf Xbox ist der Titel außerdem direkt zum Start im Xbox Game Pass Ultimate und im PC Game Pass enthalten. Für Game Freak ist das auch deshalb bemerkenswert, weil das Studio über viele Jahre stark mit Nintendo-Plattformen verbunden war.
Für Spieler ist das eine gute Gelegenheit, Game Freak einmal abseits der üblichen Erwartungen zu erleben. Wer ohnehin ein Game-Pass-Abo nutzt, kann ohne zusätzliche Kaufentscheidung reinschauen. Auf PlayStation 5 und PC dürfte der Titel vor allem für Spieler interessant sein, die Action-RPGs mit ungewöhnlicher Welt und Begleiter-Fokus mögen.
Warum das Thema spannend ist
Der eigentliche Reiz liegt weniger darin, dass Game Freak „auch mal etwas anderes“ macht. Spannend ist, wie konsequent anders Beast of Reincarnation wirkt. Düstere Zukunft, technische Echtzeitkämpfe, ein einsames Duo und eine Welt, die eher nach Verfall als nach Sammelabenteuer aussieht: Das ist ein klarer Versuch, aus der Pokémon-Schublade auszubrechen.
Das kann für Game Freak wichtig sein. Ein Studio, das so stark mit einer Marke verbunden ist, muss bei neuen Projekten immer gegen die eigene Geschichte arbeiten. Beast of Reincarnation hat deshalb automatisch Aufmerksamkeit, aber auch Druck. Wer Game Freak nur an Pokémon misst, wird hier bewusst überrascht. Ob das reicht, um langfristig eine neue Marke aufzubauen, muss das Spiel jetzt selbst beweisen.