Mit MARVEL Tōkon: Fighting Souls geht heute ein neuer 4v4-Tag-Fighter an den Start. PlayStation Studios, Arc System Works und Marvel Games setzen dabei auf ein großes Marvel-Roster, Anime-Optik, Episode Mode und Online-Lobbys für bis zu 64 Spieler.

Marvel bekommt heute wieder einen festen Platz im Fighting-Game-Regal: MARVEL Tōkon: Fighting Souls erscheint am 6. August 2026 für PlayStation 5 und PC. Entwickelt wird der Titel von Arc System Works, also genau dem Studio, das mit Spielen wie Guilty Gear und Dragon Ball FighterZ gezeigt hat, wie gut überzeichnete Anime-Action in ein modernes Prügelspiel passen kann.

Der wichtigste Unterschied zu klassischen Eins-gegen-eins-Fightern steckt bereits im Aufbau: Tōkon setzt auf 4v4-Tag-Team-Kämpfe. Spieler stellen sich also nicht nur einen einzelnen Main zusammen, sondern ein komplettes Team aus Marvel-Figuren. Zum Start ist ein Roster mit 20 spielbaren Charakteren angekündigt. Die Kämpfe sollen Teamwechsel, Synergien, Kombos und schnell lesbare Spezialangriffe in den Mittelpunkt stellen.

Marvel im Anime-Prügler-Look

Optisch geht das Spiel nicht den realistischen Filmweg, sondern setzt klar auf einen stilisierten Comic-/Anime-Mix. Genau das könnte dem Projekt guttun: Marvel-Figuren sind auf der Leinwand inzwischen oft sehr durchformatiert, während Arc System Works traditionell stärker mit Silhouetten, Effekten und übertriebenen Animationen arbeitet. Für ein Fighting Game ist das mehr als nur Dekoration, weil gute Lesbarkeit und klare Trefferwirkung im Match entscheidend sind.

Zu den konkret vorgestellten X-Men gehören Storm, Magik, Wolverine und Danger. Storm führt im Spiel die neu formierte Gruppe der „Unbreakable X-Men“ an, während der Episode Mode eine eigens für das Spiel geschriebene Marvel-Geschichte erzählen soll. Der Modus wird als Mischung aus amerikanischem Comic und japanischer Manga-Präsentation beschrieben und soll vollständig vertont sein.

Episode Mode, Online-Lobbys und lokale Matches

Neben den Standard-Versus-Modi bietet Tōkon einen Einzelspieler-Episode-Mode, in dem einzelne Teams, Dynamiken und Story-Hintergründe stärker beleuchtet werden. Das ist gerade für Marvel-Spieler interessant, die nicht direkt in Ranglisten oder Online-Duelle springen wollen. Auf PS5 werden außerdem lokale Matches für ein bis zwei Spieler genannt; online unterstützt die PlayStation-Store-Seite Lobbys mit bis zu 64 Spielern. Für Online-Multiplayer auf PS5 ist PlayStation Plus erforderlich.

Auf dem PC erscheint MARVEL Tōkon: Fighting Souls unter anderem auf Steam. Die PC-Fassung nennt Windows 11, 16 GB RAM und mindestens eine GeForce RTX 2060 oder Radeon RX 6600 XT als Einstieg. Empfohlen werden laut Steam-Seite ein Intel Core i7-8700 oder Ryzen 5 3600X sowie eine GeForce RTX 3070 oder Radeon RX 7600 XT. Der Speicherbedarf liegt bei 27 GB.

Editionen und Preis

Zum Launch gibt es mehrere Editionen. Die Standard Edition wurde im PlayStation Blog mit 59,99 US-Dollar beziehungsweise 69,99 Euro angegeben. Die Digital Deluxe Edition enthält zusätzlich den Year 1 Characters & Stage Pass sowie kosmetische Lobby-Inhalte wie Howard the Duck und Cosmo. Die Ultimate Edition legt weitere Kostüme und einen animierten Farbsatz für alle 20 Launch-Charaktere obendrauf. Wie immer gilt: Preise und Paketdetails können je nach Store und Region leicht abweichen.

Vorbesteller-Boni wie Infinity Gauntlet, Baby Groot und Cosmic Surfboard sind ebenfalls gelistet. Inhaltlich sollte man diese Boni aber nicht überbewerten: Entscheidend wird bei einem Prügelspiel nicht der Lobby-Schmuck, sondern ob Netcode, Matchmaking, Balance und Trainingsmöglichkeiten langfristig tragen.

Für wen lohnt sich der Blick?

MARVEL Tōkon: Fighting Souls ist vor allem für drei Gruppen spannend: Marvel-Fans, die Lust auf eine andere Darstellung der Figuren haben; Arc-System-Works-Spieler, die nach einem neuen Tag-Fighter suchen; und Fighting-Game-Neueinsteiger, die über Marvel leichter Zugang zum Genre finden. Gleichzeitig bleibt die typische Genre-Hürde bestehen: Einsteigerfreundliche Eingaben helfen beim Start, ersetzen aber nicht automatisch gutes Matchmaking, Training und Übersicht in hektischen 4v4-Situationen.

Redaktionell ist der Launch deshalb ein klarer Kandidat für die Beobachtung: Auf dem Papier bringt Tōkon die richtigen Zutaten mit. Ob daraus ein langlebiger Prügler oder eher ein stark aussehender Lizenzstart wird, entscheidet sich erst nach den ersten echten Community-Wochen.