Mit Version 7.0 steht Genshin Impact vor einem der wichtigsten Kapitel seiner bisherigen Geschichte. Snezhnaya, die Heimat der Tsaritsa und der Fatui, wird endlich spielbar. Wer länger pausiert hat oder vor dem Update noch einmal wissen möchte, warum dieser Schritt so wichtig ist, bekommt hier die Story bis Snezhnaya kompakt zusammengefasst.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Spoiler zur bisherigen Hauptgeschichte von Genshin Impact bis zum Weg nach Snezhnaya.
Genshin Impact begann als farbenfrohes Open-World-Abenteuer, doch unter der Oberfläche erzählt HoYoverse seit Jahren eine deutlich größere Geschichte. Es geht um verlorene Erinnerungen, göttliche Kontrolle, ein verschwundenes Geschwisterteil, die Fatui, den Abyss und die Frage, ob Teyvat wirklich so funktioniert, wie die Archonten es den Menschen erzählen.
Mit dem 7.0-Update wird diese Geschichte in Snezhnaya fortgesetzt. Das ist nicht irgendeine neue Region, sondern die Nation, deren Organisation seit dem Beginn der Reise in fast jedem großen Kapitel ihre Spuren hinterlassen hat.
Der Anfang: Zwei Reisende und ein getrenntes Schicksal
Die Geschichte von Genshin Impact beginnt nicht in Mondstadt, sondern lange davor. Der Traveler und sein Geschwisterteil sind nicht aus Teyvat. Beide reisen durch verschiedene Welten, bis sie in Teyvat auf eine unbekannte Gottheit treffen. Der Versuch, diese Welt wieder zu verlassen, scheitert. Ein Geschwisterteil wird getrennt, der Traveler verliert einen großen Teil seiner Kraft und erwacht erst viel später erneut.
Ab diesem Moment wird die Suche nach dem verlorenen Geschwisterteil zum roten Faden der Reise. Gemeinsam mit Paimon zieht der Traveler durch die sieben Nationen Teyvats, trifft deren Archonten und sammelt Stück für Stück Hinweise darauf, was vor 500 Jahren wirklich passiert ist.
Diese 500 Jahre sind entscheidend. Damals kam es zur Katastrophe von Khaenri’ah, einem untergegangenen Reich ohne Archon, das eng mit dem Abyss und den heutigen Geheimnissen Teyvats verbunden ist. Je weiter die Reise voranschreitet, desto klarer wird: Die Trennung der Geschwister ist nur ein Teil eines viel größeren Konflikts.
Mondstadt: Freiheit, Dvalin und der erste Angriff der Fatui
Die erste Station ist Mondstadt, die Stadt der Freiheit. Dort wird der Traveler in die Krise um den Drachen Dvalin hineingezogen. Dvalin, einst einer der Beschützer Mondstadts, wurde durch den Abyss verdorben und als „Sturmschrecken“ gefürchtet.
Gemeinsam mit Venti, der sich später als Anemo-Archon Barbatos entpuppt, gelingt es, Dvalin von seiner Verderbnis zu befreien. Mondstadt wird gerettet, doch direkt danach zeigt sich, dass eine andere Macht längst im Hintergrund arbeitet: die Fatui aus Snezhnaya.
La Signora, eine der Fatui-Harbinger, greift Venti an und entreißt ihm seine Gnosis. Diese Gnosis ist eines der wichtigsten Objekte der gesamten Story. Sie ist eng mit der göttlichen Stellung der Archonten verbunden. Von diesem Moment an wird klar: Die Fatui sammeln gezielt die Gnosen der Archonten. Warum, bleibt zunächst offen.
Liyue: Verträge, Zhongli und der Abschied eines Gottes
In Liyue trifft der Traveler auf eine Nation, die von Handel, Tradition und Verträgen geprägt ist. Der Geo-Archon Rex Lapis scheint während des Ritus des Abstiegs ermordet worden zu sein. Liyue gerät in Unruhe, die Menschen, die Adepti und die Qixing stehen vor einer Machtprobe.
Später stellt sich heraus, dass Rex Lapis nicht tot ist. Zhongli, der ruhige Berater des Bestattungsinstituts Wangsheng, ist in Wahrheit der Geo-Archon Morax. Er hat seinen eigenen Tod inszeniert, um zu prüfen, ob Liyue auch ohne direkte Führung eines Gottes bestehen kann.
Parallel dazu versucht Tartaglia, besser bekannt als Childe, die Situation für die Fatui auszunutzen. Er entfesselt den alten Gott Osial, doch Liyue kann die Krise mit vereinten Kräften überstehen. Am Ende übergibt Zhongli seine Gnosis freiwillig an die Fatui. Er spricht von einem Vertrag mit der Tsaritsa, verrät aber nicht, welchen Preis sie dafür bezahlt hat.
Damit haben die Fatui bereits zwei Gnosen: Anemo und Geo. Für Spieler wirkt Snezhnaya zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt, aber seine Hand reicht längst bis in jede Region.
Inazuma: Stillstand, Vision Hunt Decree und Ei
Inazuma ist die Nation der Ewigkeit. Unter der Herrschaft der Raiden Shogun wird das Land abgeschottet. Mit dem Vision Hunt Decree lässt die Shogun die Visionen vieler Menschen konfiszieren, also jene Kräfte, die eng mit deren Träumen, Ambitionen und Identität verbunden sind.
Der Traveler schließt sich dem Widerstand an und erlebt, wie tief Inazuma unter der Vorstellung einer erzwungenen Ewigkeit leidet. Hinter der Shogun steht Ei, die eigentliche Electro-Archonin, die nach schweren Verlusten versucht hat, Veränderung aus ihrem Land herauszuhalten.
Auch hier mischen die Fatui mit. Sie verbreiten Delusions, künstliche Machtquellen mit gefährlichen Nebenwirkungen, und treiben den Konflikt weiter an. La Signora wird schließlich von der Raiden Shogun hingerichtet, doch die Electro-Gnosis gelangt trotzdem nicht zurück in göttliche Hände. Yae Miko hatte sie zuvor an Scaramouche übergeben, um den Traveler zu retten.
Inazuma zeigt zum ersten Mal besonders deutlich, dass die Archonten nicht einfach gute oder böse Götter sind. Sie sind gebrochene Figuren mit eigenen Wunden, Fehlern und Entscheidungen. Genau das wird für die späteren Kapitel immer wichtiger.
Sumeru: Wissen, Nahida und die Lüge des Akasha
Sumeru beginnt wie eine Geschichte über Wissen, Forschung und die Akademiya. Doch schnell zeigt sich, dass die Nation der Weisheit ihre eigene Göttin eingesperrt hat. Nahida, die Dendro-Archonin, lebt seit 500 Jahren isoliert im Heiligtum von Surasthana, während die Akademiya das Akasha-System kontrolliert.
Die Weisen versuchen, einen neuen Gott zu erschaffen. Dafür nutzen sie Scaramouche, die Electro-Gnosis und gewaltige Mengen gesammelten Wissens. Der Traveler und Nahida stellen sich diesem Plan entgegen. Am Ende wird Scaramouche besiegt, Nahida befreit und das Akasha-System abgeschaltet.
Sumeru ist eines der wichtigsten Kapitel für das Verständnis von Teyvat. Durch Irminsul, den gewaltigen Weltenbaum, wird klar, dass Erinnerungen und Geschichte in dieser Welt manipulierbar sind. Was Menschen wissen, was sie vergessen und was als Wahrheit gilt, ist nicht so stabil, wie es scheint.
Auch die Fatui erreichen hier ihr Ziel. Dottore, der zweite der Harbinger, erhält sowohl die Electro- als auch die Dendro-Gnosis. Im Gegenzug gibt er Nahida Informationen über Teyvat, die Himmelsprinzipien und die Natur der Welt. Sumeru macht damit aus der Reise eine deutlich größere Frage: Was ist Teyvat wirklich?
Fontaine: Gerechtigkeit, Prophezeiung und Furinas Rolle
Fontaine ist die Nation der Gerechtigkeit, aber auch ein Land, das unter einer alten Prophezeiung steht. Eines Tages, so heißt es, würden die Menschen Fontaines im Wasser der Ursee aufgelöst werden. Nur die Hydro-Archonin solle weinend auf ihrem Thron zurückbleiben.
Im Zentrum stehen Furina und Focalors. Furina tritt öffentlich als Hydro-Archonin auf, spielt diese Rolle über Jahrhunderte und trägt den Druck einer ganzen Nation. Später wird klar, dass hinter dieser Inszenierung ein größerer Plan steckt. Focalors trennt ihre göttliche und menschliche Seite, um die Prophezeiung zu umgehen und Fontaine zu retten.
Am Ende wird die göttliche Ordnung Fontaines verändert. Neuvillette, der Hydro-Drache, erhält seine volle Autorität zurück. Die Menschen Fontaines werden gerettet, Furinas Rolle als „Archonin“ endet, und die Hydro-Gnosis gelangt schließlich über Arlecchino in Richtung Snezhnaya.
Fontaine ist deshalb so wichtig, weil es die Frage nach göttlicher Ordnung noch stärker zuspitzt. Die Archonten stehen nicht einfach über der Welt. Sie sind selbst Teil eines Systems, das älter und härter ist als sie. Und dieses System scheint immer stärker ins Wanken zu geraten.
Natlan: Krieg gegen den Abyss und Mavuikas Opferbereitschaft
Natlan ist die Nation des Krieges, doch der Konflikt ist nicht nur politisch oder menschlich. Die Region steht im direkten Kampf gegen den Abyss. Mavuika, die Pyro-Archonin, bereitet ihr Volk auf eine Entscheidung vor, die seit Jahrhunderten vorbereitet wurde.
Der Traveler kämpft an der Seite Natlans und seiner Helden gegen die Bedrohung aus dem Abyss. Dabei wird auch der erste Fatui-Harbinger Capitano zu einer zentralen Figur. Er tritt zunächst als Gegner auf, verfolgt aber eigene Ziele, die mit Natlans Schicksal und den Ereignissen von vor 500 Jahren verbunden sind.
Natlan führt den Traveler näher an die Wahrheit über den Abyss, Khaenri’ah und die Himmelsprinzipien heran. Zugleich erhält der Traveler endlich Zugriff auf Pyro, nachdem die Ereignisse der Hauptgeschichte voranschreiten. Das Kapitel ist weniger ein ruhiger Übergang als ein groß angelegter Kriegsschauplatz, der klarmacht: Der Konflikt um Teyvat nähert sich seinem Kern.
Am Ende zeigt Natlan auch, dass nicht jeder Fatui-Harbinger einfach in ein klares Feindbild passt. Manche verfolgen brutale Methoden, andere handeln aus alten Wunden, Loyalität oder einem verzweifelten Versuch, eine größere Katastrophe zu verhindern.
Nod-Krai: Der Übergang nach Snezhnaya
Vor Snezhnaya führt die Reise nach Nod-Krai, eine Grenzregion am Rand Teyvats und im Einflussbereich Snezhnayas. Nod-Krai ist eng mit den Monden, alten Mächten und einer Energie verbunden, die älter wirkt als die bekannten sieben Elemente.
Die Region bringt mehrere lange vorbereitete Figuren stärker ins Spiel, darunter Varka, die Fatui-Harbinger und Columbina. Gleichzeitig rückt Dottore erneut in den Mittelpunkt. Der Konflikt um Nod-Krai ist nicht nur ein regionales Problem, sondern eine Art Vorraum für das, was in Snezhnaya auf den Traveler wartet.
Besonders wichtig ist dabei, dass die Fatui hier nicht mehr nur als fremde Störmacht auftreten. Ihre internen Konflikte, Befehle der Tsaritsa und die Rolle einzelner Harbinger werden deutlicher. Snezhnaya wird dadurch nicht als einfaches „böses Reich“ vorbereitet, sondern als Nation mit Machtkämpfen, Ideologie, Kontrolle und vermutlich sehr alten Verletzungen.
Die Fatui: Mehr als nur die Bösewichte aus dem Norden
Seit Mondstadt begleiten die Fatui die gesamte Reise. Anfangs wirken sie wie eine aggressive Organisation aus Diplomaten, Soldaten und Intriganten. Mit jedem Kapitel wird aber klarer, dass sie an einem konkreten Langzeitplan arbeiten.
Die wichtigsten Figuren innerhalb der Fatui sind die Harbinger. Zu ihnen gehören unter anderem La Signora, Tartaglia, Scaramouche, Dottore, Arlecchino, Capitano, Columbina, Pulcinella, Pantalone und Sandrone. Jeder von ihnen steht für eine andere Form von Macht, Überzeugung oder Manipulation.
Die Fatui sammeln die Gnosen der Archonten. Venti verlor seine Gnosis gewaltsam. Zhongli übergab seine im Rahmen eines Vertrags. Die Electro- und Dendro-Gnosis gingen über Scaramouche, Nahida und Dottore weiter. Die Hydro-Gnosis landete nach den Ereignissen in Fontaine bei Arlecchino. Damit besitzt Snezhnaya inzwischen fast alle bekannten Gnosen.
Das macht Version 7.0 so brisant. Zum ersten Mal reisen Spieler nicht nur in eine Region, die von den Fatui beeinflusst wird. Sie reisen in das Zentrum der Macht, von der dieser Plan ausgeht.
Die Tsaritsa: Was will die Cryo-Archonin wirklich?
Die Tsaritsa ist die Cryo-Archonin und Herrscherin Snezhnayas. Lange blieb sie im Spiel eine ferne Figur. Man kannte ihre Organisation, ihre Harbinger und ihre Folgen, aber nicht ihre echte Perspektive.
Schon der alte Story-Trailer „Travail“ deutete an, dass Snezhnaya eine Nation ist, deren Volk auf der Seite seiner Göttin stehen will, wenn der Tag ihrer Rebellion gegen das Göttliche kommt. Das ist ein entscheidender Satz. Die Tsaritsa sammelt die Gnosen offenbar nicht nur aus Machtgier. Ihr Ziel scheint mit den Himmelsprinzipien, Celestia und der Ordnung Teyvats zusammenzuhängen.
Ob sie am Ende Befreierin, Antagonistin oder etwas dazwischen ist, bleibt offen. Genau das macht Snezhnaya erzählerisch so spannend. Nach sechs Nationen voller gebrochener Götter, falscher Wahrheiten und manipulierten Erinnerungen ist es gut möglich, dass die Tsaritsa nicht einfach die klassische Endgegnerin ist.
Was man vor Version 7.0 wirklich wissen muss
Wer vor Snezhnaya nicht jedes Detail nachholen möchte, sollte vor allem fünf Dinge verstehen:
Erstens: Der Traveler sucht sein Geschwisterteil, doch diese Suche ist längst mit der Geschichte von Khaenri’ah, dem Abyss und den Himmelsprinzipien verbunden.
Zweitens: Die Archonten sind keine einfachen Götterfiguren. Venti, Zhongli, Ei, Nahida, Furina und Mavuika haben alle ihre eigenen Fehler, Opfer und Geheimnisse.
Drittens: Die Fatui sammeln seit Beginn der Reise die Gnosen der Archonten. Snezhnaya steht hinter diesem Plan.
Viertens: Der Abyss ist nicht nur eine Monsterfraktion, sondern hängt tief mit Khaenri’ah, der Vergangenheit Teyvats und dem verlorenen Geschwisterteil zusammen.
Fünftens: Die Himmelsprinzipien und Celestia wirken immer weniger wie eine neutrale göttliche Ordnung. Viele Konflikte der bisherigen Story deuten darauf hin, dass Teyvat auf einer Wahrheit aufgebaut ist, die bewusst verborgen wurde.
Warum Snezhnaya ein Wendepunkt werden kann
Snezhnaya ist nicht nur die siebte Nation. Es ist die Heimat der Organisation, die seit Mondstadt die Gnosen sammelt. Es ist das Land der Tsaritsa, deren Rebellion gegen die göttliche Ordnung seit Jahren angedeutet wird. Und es ist der Ort, an dem viele offene Fäden zusammenlaufen könnten: Fatui, Harbinger, Khaenri’ah, Celestia, der Abyss und die Rolle des Travelers.
Version 7.0 trägt den Titel „Everwinter Without Mercy“. Schon dieser Titel macht deutlich, dass Snezhnaya kein gemütlicher Ausflug in eine Schneeregion wird. HoYoverse bereitet hier seit dem Start des Spiels einen großen erzählerischen Schritt vor.
Für Rückkehrer ist das Update deshalb ein guter Zeitpunkt, wieder einzusteigen. Man muss nicht jede Nebenquest kennen, um Snezhnaya zu verstehen. Aber wer die wichtigsten Stationen der Reise im Kopf hat, wird sehr viel mehr aus dem neuen Kapitel herausholen.
Fazit
Genshin Impact hat sich über die Jahre von einem Abenteuer durch sieben bunte Regionen zu einer Geschichte über Kontrolle, Erinnerung, göttliche Regeln und Widerstand entwickelt. Jede Nation hat ein Stück dieser Wahrheit offengelegt. Mondstadt zeigte die Freiheit, Liyue den Abschied eines Gottes, Inazuma die Angst vor Veränderung, Sumeru die Manipulation von Wissen, Fontaine die Last einer Prophezeiung, Natlan den Krieg gegen den Abyss und Nod-Krai den direkten Weg in den Norden.
Mit Snezhnaya beginnt nun das Kapitel, auf das die Fatui seit dem ersten großen Storybogen hingearbeitet haben. Die wichtigste Frage ist nicht mehr nur, was mit dem verlorenen Geschwisterteil passiert ist. Die Frage ist, ob die Welt von Teyvat überhaupt gerettet werden kann, ohne ihre göttlichen Regeln zu brechen.