Ein Foto direkt auf Holz drucken, eine Handyhülle personalisieren, Logos fühlbar aus einer Oberfläche herausstehen lassen oder individuelle UV-DTF-Transfers für Flaschen produzieren: Desktop-UV-Drucker entwickeln sich 2026 zu einem der spannendsten Werkzeuge für Maker und kleine Unternehmen. Gleichzeitig war die Auswahl noch nie so groß.

eufyMake möchte UV-Druck möglichst einfach machen. xTool baut daraus ein komplettes Personalisierungs-Ökosystem. LONGER setzt auf ein offenes Tintensystem und extreme Reliefhöhen. Morpho bringt einen industriellen Druckkopf auf den Schreibtisch und HeyGears geht sogar noch einen Schritt weiter und verbindet UV-Druck mit vollfarbigem 3D-Druck.

Dazu kommen etabliertere Anbieter wie Procolored, artisJet und Rainbow sowie günstigere Direktimport-Lösungen. Doch welches Konzept ist tatsächlich das interessanteste?

eufyMake E1: UV-Druck soll so einfach wie möglich werden

Der eufyMake E1 gehört zu den Geräten, die den aktuellen Wandel wahrscheinlich am besten verkörpern. Statt sich hauptsächlich an erfahrene Druckprofis zu richten, wurde das System für Creator, Maker und kleinere Unternehmen entwickelt.

Mit einer maximalen Druckfläche von 330 × 420 Millimetern bewegt sich der E1 ungefähr im A3-Bereich. Die maximale Auflösung liegt bei 1.440 dpi. Besonders interessant ist der 3D-Texturdruck: Durch mehrere Tintenschichten können Strukturen mit einer Höhe von bis zu fünf Millimetern aufgebaut werden.

Damit wird aus einem gewöhnlichen Farbdruck beispielsweise eine fühlbare Holzmaserung, ein erhabenes Logo oder ein Kunstwerk mit reliefartiger Oberfläche.

Eine integrierte Kamera hilft bei der Positionierung. Hinzu kommt das JetClean-System zur automatisierten Reinigung. Gerade für Einsteiger ist das wichtig, denn die Wartung von Weißtinte gehört zu den größten Herausforderungen beim UV-Druck.

Mit optionalem Rotary-Aufsatz lassen sich auch Tassen und andere zylindrische Gegenstände bedrucken. Über ein zusätzliches UV-DTF-System können wiederum Transfers für Gegenstände hergestellt werden, die sich nicht direkt bedrucken lassen.

Besonders interessant für: Einsteiger, Creator und kleine Personalisierungs-Shops, die möglichst wenig mit klassischen Druckerei-Workflows zu tun haben möchten.

xTool O1 Omni: Aus dem UV-Drucker wird ein komplettes Personalisierungssystem

xTool geht beim O1 Omni noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen denkt den Drucker nicht als isolierte Maschine, sondern als Teil eines größeren Produktionssystems.

Die große Druckplattform bietet 330 × 420 Millimeter Arbeitsfläche. Die Auflösung beträgt bis zu 720 × 1.440 dpi. Je nach Variante stehen unterschiedliche Tintenkonfigurationen und Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung.

Besonders spannend ist die Verbindung von UV-Druck, UV-DTF und – abhängig von der gewählten O1-Version – Textildruckverfahren wie DTG und DTF.

Hinzu kommen automatische Weißtinten-Zirkulation, automatisches Rühren der Weißtinte und Feuchtigkeitsschutz für den Druckkopf. Das sind Funktionen, die auf dem Datenblatt zunächst unspektakulär wirken, im täglichen Betrieb aber enorm wichtig werden können.

Auch die Software ist ein entscheidender Bestandteil des Konzepts. Statt den Anwender mit einer klassischen RIP-Oberfläche allein zu lassen, setzt xTool auf einen stärker visuell ausgerichteten Workflow für Positionierung, Texturen und Produktion.

Wer bereits einen Lasercutter des Herstellers besitzt, bekommt noch einen weiteren Vorteil: Drucken und Laserschneiden können Teil desselben kreativen Workflows werden.

Besonders interessant für: Maker, bestehende xTool-Nutzer und kleine Unternehmen, die mehrere Personalisierungsverfahren miteinander kombinieren möchten.

LONGER ePrint: Offene Tinte und bis zu 15 Millimeter Relief

LONGER verfolgt mit dem ePrint eine andere Philosophie. Statt den Nutzer möglichst stark an ein geschlossenes System zu binden, spielt Offenheit eine wesentlich größere Rolle.

Der ePrint besitzt zwei Druckköpfe und zwölf Tintenkänale. Die Druckfläche beträgt 310 × 420 Millimeter. Daneben gibt es mit dem ePrint SE eine günstigere Variante mit einem Druckkopf und sechs Kanälen.

Das vielleicht spektakulärste Merkmal ist der Reliefdruck. LONGER gibt für den ePrint Strukturen von bis zu 15 Millimetern Höhe an. Damit nähert sich der UV-Druck bereits kleinen dreidimensionalen Objekten an.

Ein weiterer großer Unterschied steckt in den Tintentanks. Beim Dual-Head-Modell stehen zwölf Behälter mit jeweils 200 ml zur Verfügung. Noch interessanter: LONGER setzt auf ein offenes Tintensystem und ermöglicht dadurch mehr Freiheit bei der Wahl kompatibler Verbrauchsmaterialien.

Für kleine Unternehmen könnte das langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Produktionskosten haben.

Zusätzlich lassen sich Rotary-, Roll-to-Roll-, Laminier- und Conveyor-Lösungen ergänzen. Der ePrint kann dadurch mit einem Unternehmen wachsen, statt lediglich als einzelner Desktop-Drucker eingesetzt zu werden.

Besonders interessant für: ambitionierte Maker und kleine Unternehmen, denen niedrige Folgekosten, Erweiterbarkeit und ein möglichst offenes System wichtiger sind als maximale Plug-and-Play-Einfachheit.

Morpho: Industrietechnik soll auf den Schreibtisch

Morpho gehört zu den spannendsten Newcomern des Jahres. Besonders die leistungsstärkere Variante fällt mit einem Epson-i3200-Druckkopf mit acht Kanälen auf – Technik, die man eher mit größeren Produktionsmaschinen verbindet.

Der Hersteller nennt bis zu 2.400 dpi und wirbt mit einer sehr feinen Detaildarstellung. Die geschlossene Standard-Druckfläche beträgt 220 × 330 Millimeter, während größere Plattformen den nutzbaren Bereich erweitern sollen.

Eine Besonderheit ist die maximale Objekthöhe von 168 Millimetern. Dadurch können auch vergleichsweise hohe Gegenstände in das Gerät gestellt werden.

Morpho setzt außerdem auf Stereo-Vision zur Erkennung und Positionierung von Objekten. Das Ziel ist ähnlich wie bei eufyMake und xTool: möglichst wenig manuelles Ausrichten und Probieren.

Interessant wird Morpho außerdem beim Tintensystem. Statt ausschließlich auf geschlossene Einwegkartuschen zu setzen, verfolgt der Hersteller einen stärker nachfüllbaren Ansatz.

Gerade für Nutzer mit höherem Druckvolumen könnten dadurch die laufenden Kosten interessanter werden.

Allerdings gehört Morpho noch zu den jungen Plattformen. Viele der ambitionierten Versprechen müssen sich deshalb erst über einen längeren Zeitraum im Alltag beweisen.

Besonders interessant für: ambitionierte Maker und kleine Unternehmen, die hohe Druckqualität, einen i3200-Druckkopf und ein offeneres Verbrauchsmaterialkonzept suchen.

HeyGears G1 und G1X: Wenn UV- und 3D-Druck miteinander verschmelzen

Die HeyGears G1 Series ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Kandidat in diesem Vergleich.

HeyGears betrachtet UV-Druck nicht als Endpunkt, sondern kombiniert ihn mit vollfarbigem 3D-Druck. Damit können nicht nur flache Motive und Reliefstrukturen entstehen, sondern beim entsprechend ausgestatteten System komplette dreidimensionale Objekte direkt in Farbe produziert werden.

Das könnte besonders für Figuren, Miniaturen, Produktprototypen und Designobjekte interessant werden. Statt ein Modell zunächst zu drucken und anschließend von Hand zu grundieren und zu bemalen, soll ein fertiges farbiges Objekt aus dem Workflow entstehen.

Innerhalb der Serie unterscheiden sich G1 und G1X deutlich. Der G1 bildet den günstigeren Einstieg, während der G1X mit einem Epson-i3200-U1HD-Druckkopf und einem leistungsfähigeren Farbsystem auf anspruchsvollere Anwendungen zielt.

Neben klassischem 2D-UV-Druck gehören strukturierte Oberflächen, Rotary-Anwendungen und Roll-to-Film zu den vorgesehenen Einsatzbereichen.

HeyGears wirbt außerdem mit Anti-Clog-Technik, automatischer Kalibrierung und KI-gestützter Erstellung.

Der G1X ist deshalb weniger ein gewöhnlicher UV-Drucker als der Versuch, mehrere bislang getrennte Maker-Maschinen in einer Plattform zusammenzuführen.

Besonders interessant für: Designer, Figurenhersteller, ambitionierte Maker und kleine Studios, die neben UV-Druck auch vollfarbige dreidimensionale Objekte produzieren möchten.

Procolored: Der etabliertere Gegenentwurf

Während viele der neuen Systeme erst 2026 auf den Markt kommen, besitzt Procolored bereits ein umfangreiches Portfolio für kleinere Produktionsumgebungen.

Interessant ist dabei, dass nicht nur eine einzige Maschine angeboten wird.

Der kompakte V6 beziehungsweise V6 Panda richtet sich eher an Nutzer mit begrenztem Platz. Darüber folgen V11 und V11 Pro im A3-Bereich. Wer mehr Produktionsleistung benötigt, findet weitere Modelle.

Der Vorteil liegt weniger in einer einzelnen spektakulären Funktion als im bereits vorhandenen Ökosystem aus Verbrauchsmaterial, Ersatzteilen, Dokumentation und Support-Ressourcen.

Gleichzeitig wirken die klassischen RIP-Workflows weniger einsteigerfreundlich als die neuen Softwarekonzepte von eufyMake oder xTool.

Für Unternehmen kann ein etabliertes System dennoch attraktiv sein. Eine Maschine, für die Tinte, Reiniger, Ersatzteile und Anleitungen verfügbar sind, besitzt im gewerblichen Alltag einen Wert, der sich kaum auf einem Datenblatt ausdrücken lässt.

Besonders interessant für: Nutzer, die lieber auf ein bereits vorhandenes UV-Drucker-Ökosystem setzen möchten als auf eine vollkommen neue Plattform.

Procolored VF13 Pro und PUNEHOD VF13: Spezialisten für UV-DTF

Nicht jeder benötigt einen klassischen Flachbettdrucker. Wer hauptsächlich individuelle Transfers beziehungsweise sogenannte Crystal Stickers herstellen möchte, sollte sich UV-DTF-Systeme genauer ansehen.

Der Procolored VF13 Pro kombiniert Drucken und Laminieren innerhalb einer Maschine. Das fertige Motiv wird anschließend auf einen Gegenstand übertragen.

Der Vorteil liegt darin, dass der Gegenstand selbst nicht unter den Druckkopf passen muss. Dadurch können auch gewölbte und ungewöhnlich geformte Produkte personalisiert werden.

PUNEHOD bietet mit dem VF13 ebenfalls eine entsprechende A3-Lösung und positioniert sich preislich als Alternative.

Beide Systeme treten deshalb nicht unmittelbar gegen einen eufyMake E1 oder LONGER ePrint an. Sie sind vielmehr Spezialwerkzeuge für Nutzer, deren Geschäftsmodell stark auf UV-DTF-Transfers basiert.

Besonders interessant für: Shops mit hohem UV-DTF-Aufkommen und der Produktion personalisierter Transfers.

artisJet Young: Kompakter A4-Drucker für die kleine Werkstatt

Nicht jeder besitzt Platz für eine große A3-Maschine. Genau hier wird der artisJet Young interessant.

Das geschlossene A4-System wurde ausdrücklich als kompakter Desktop-UV-Drucker konzipiert und unterstützt neben normalem Farbdruck auch Weiß, Varnish sowie 2,5D- beziehungsweise 3D-artige Strukturen.

Für kleine Arbeitsräume ist außerdem das Sicherheitskonzept interessant. Das geschlossene Gehäuse reduziert den direkten Kontakt mit dem Druckbereich und das System ist auf den Einsatz in kleineren Studios ausgelegt.

Gegen die neuen A3-Plattformen wirkt die Druckfläche zwar klein, für Schlüsselanhänger, Smartphone-Zubehör, kleine Schilder und Werbeartikel kann A4 jedoch vollkommen ausreichen.

Besonders interessant für: kleine Studios und Nutzer, denen ein möglichst kompakter professioneller Desktop-Drucker wichtiger ist als maximale Druckfläche.

Rainbow RB-2030: Der günstigere Einstieg

Rainbow zeigt, dass UV-Druck nicht zwangsläufig bei mehreren Tausend Euro beginnen muss.

Der RB-2030 bietet eine Druckfläche von 200 × 300 Millimetern und erreicht laut Hersteller bis zu 1.440 × 1.440 dpi. Als Software kommt Atusums RIP zum Einsatz.

Das Konzept ist wesentlich klassischer als bei eufyMake oder xTool. Dafür erhält der Käufer einen vergleichsweise unkomplizierten A4-UV-Flachbettdrucker.

Rainbow bietet mit dem Nano 3 außerdem eine deutlich leistungsfähigere A3-Alternative. Dort wächst die Fläche auf etwa 300 × 500 Millimeter und ein 3200HD-Druckkopf richtet sich stärker an kleine kommerzielle Shops.

Damit lässt sich gut erkennen, wie breit der Markt inzwischen geworden ist: Vom günstigen Einstiegsgerät bis zum leistungsfähigen Produktionssystem gibt es mittlerweile zahlreiche Zwischenstufen.

Besonders interessant für: preisbewusste Einsteiger und kleine Start-ups, die bereit sind, auf einen Teil des Komforts moderner Komplettsysteme zu verzichten.

Günstige Direktimporte: Verlockend, aber nicht ohne Risiko

Zusätzlich gibt es Geräte von Herstellern wie GNFEI und zahlreiche weitere OEM-Systeme. Auf dem Papier sehen einige davon ausgesprochen attraktiv aus.

A4-Druckfläche, CMYK, Weiß, Varnish und teilweise sogar Rotary-Unterstützung sind für deutlich niedrigere Anschaffungspreise erhältlich.

Der Kaufpreis erzählt allerdings nur die halbe Geschichte.

Gerade bei einem UV-Drucker sind Ersatzteilversorgung, Software, Farbprofile, Druckkopf, Support und Verbrauchsmaterial enorm wichtig. Fällt eine Maschine in einem kleinen Unternehmen mehrere Wochen aus, kann ein vermeintlich günstiger Drucker schnell zur teuersten Lösung werden.

Direktimporte sind deshalb vor allem für technisch erfahrene Nutzer interessant, die Wartung und Fehlerbehebung teilweise selbst übernehmen können.

Der vielleicht wichtigste Vergleich: die Tinte

Beim Autokauf würde kaum jemand ausschließlich auf den Kaufpreis schauen und Kraftstoff, Versicherung und Wartung ignorieren. Bei UV-Druckern passiert genau das erstaunlich häufig.

UV-Tinte ist ein Verbrauchsmaterial. Dazu kommen Weißtinte und Varnish. Je nach System werden außerdem Reinigungsflüssigkeit, Primer, UV-DTF-Folien, Filter, Waste-Ink-Komponenten und weiteres Wartungsmaterial benötigt.

Besonders problematisch ist Weißtinte. Die Pigmente können sich absetzen, weshalb moderne Systeme die Tinte automatisch bewegen oder zirkulieren lassen.

xTool setzt beispielsweise auf automatisches Rühren und Zirkulieren der Weißtinte sowie Feuchtigkeitsschutz des Druckkopfs. Andere Hersteller verfolgen ähnliche Konzepte.

LONGER fällt wiederum durch sein offenes Tintensystem auf. Morpho setzt auf einen nachfüllbaren Ansatz. eufyMake verwendet ein stärker geschlossenes Kartuschensystem.

Keine dieser Lösungen ist automatisch die beste. Geschlossene Kartuschen können komfortabler sein, während offene Systeme langfristig niedrigere Betriebskosten ermöglichen können.

Warum wir keinen pauschalen Preis pro Druck nennen

Es wäre verlockend zu behaupten, ein 10 × 10 Zentimeter großes Motiv koste bei Drucker A beispielsweise 30 Cent und bei Drucker B 50 Cent.

Ohne identische Tests wäre ein solcher Vergleich jedoch wenig aussagekräftig.

Ein einfaches CMYK-Motiv auf weißem Acryl benötigt keine Weißunterlegung. Dasselbe Motiv auf schwarzem Material benötigt dagegen Weiß. Kommt zusätzlich Varnish hinzu, steigt der Verbrauch erneut.

Bei Reliefdruck wird der Unterschied noch größer. Fünf oder sogar 15 Millimeter hohe Strukturen bestehen schließlich aus vielen zusätzlichen Tintenschichten.

Herstellerangaben zu Beispielkosten können eine Orientierung liefern, sind aber nicht mit unabhängigen Messungen unter identischen Bedingungen gleichzusetzen.

Software wird 2026 zum entscheidenden Verkaufsargument

Eine der interessantesten Entwicklungen findet deshalb gar nicht im Drucker statt.

Die neuen Hersteller versuchen, den komplizierten Weg vom Bild zum fertigen Produkt zu vereinfachen.

Kamera- und Vision-Systeme erkennen Gegenstände. Software positioniert Motive auf dem Werkstück. Texturen lassen sich digital erzeugen und automatische Funktionen übernehmen einen Teil der Kalibrierung.

Das ist möglicherweise der größte Unterschied zwischen der neuen Generation und klassischen günstigen UV-Flachbettdruckern.

Für einen erfahrenen Drucker kann eine professionelle RIP-Software leistungsfähig sein. Ein Etsy-Shop oder Maker möchte dagegen möglicherweise einfach eine PNG-Datei hineinziehen, das Motiv auf der Kameraansicht positionieren und auf „Drucken“ klicken.

Welcher UV-Drucker passt zu wem?

Einsteiger und Creator: eufyMake E1 gehört zu den interessantesten Lösungen, wenn einfache Bedienung und ein weitgehend geschlossenes System im Vordergrund stehen.

Maker und bestehende xTool-Nutzer: xTool O1 Omni ist besonders interessant, wenn UV-Druck mit Lasercutting, UV-DTF oder weiteren Personalisierungsverfahren verbunden werden soll.

Preisbewusste kleine Unternehmen: LONGER ePrint könnte mit offenem Tintensystem, Dual-Head und umfangreicher Erweiterbarkeit langfristig sehr interessant werden.

Hohe Druckqualität und Prosumer-Ambitionen: Morpho fällt insbesondere in der leistungsfähigeren Variante durch den Epson-i3200-Druckkopf auf.

Figuren, Design und Full-Color-3D: HeyGears G1X ist derzeit das ungewöhnlichste Konzept und könnte eine komplett neue Gerätekategorie begründen.

Etablierte Alternative: Procolored bietet ein breites Portfolio und bereits vorhandene Support- und Verbrauchsmaterialstrukturen.

UV-DTF-Produktion: Procolored VF13 Pro und PUNEHOD VF13 sind interessanter, wenn Transfers statt Direktdruck das eigentliche Geschäftsmodell darstellen.

Kompakter A4-Arbeitsplatz: artisJet Young ist eine interessante Alternative, wenn Platz wichtiger als maximale Fläche ist.

Günstiger Einstieg: Rainbow RB-2030 und ähnliche klassische A4-Systeme senken die Einstiegshürde, verlangen vom Nutzer aber häufig mehr technisches Verständnis.

Unser Fazit: Der UV-Druck erlebt gerade seinen 3D-Drucker-Moment

Die spannendste Erkenntnis ist nicht, dass ein einzelner Hersteller den perfekten UV-Drucker gebaut hätte. Interessanter ist, wie schnell sich der gesamte Markt gerade verändert.

eufyMake konzentriert sich auf einfache Bedienung. xTool baut ein Ökosystem. LONGER setzt auf Offenheit und hohe Reliefstrukturen. Morpho versucht industrielle Drucktechnik zu verkleinern. HeyGears verbindet UV- und 3D-Druck. Procolored bringt dagegen Erfahrung aus bereits bestehenden Desktop-Systemen mit.

Genau diese Konkurrenz könnte UV-Druck in den kommenden Jahren für eine wesentlich größere Nutzergruppe interessant machen.

Für Privatnutzer bleibt die Anschaffung zwar eine größere Investition. Wer jedoch regelmäßig personalisierte Geschenke, Schilder, Handyhüllen, Dekoration oder eigene Maker-Projekte herstellt, bekommt Möglichkeiten, die mit einem normalen Drucker schlicht nicht existieren.

Noch interessanter ist die Entwicklung für kleine Unternehmen. Ein einziges digitales Design lässt sich auf Holz, Acryl, Metall, Werbeartikel oder Transfers bringen und individuell für jeden Kunden verändern.

Wir würden deshalb aktuell keinen endgültigen Testsieger allein anhand der technischen Daten vergeben. Zu viele entscheidende Fragen lassen sich erst im Praxiseinsatz beantworten: Wie zuverlässig funktioniert die Weißtinte nach mehreren Wochen? Wie viel Tinte geht tatsächlich für Reinigung verloren? Wie gut stimmen die Farben? Wie schnell entsteht ein 3D-Relief? Wie intuitiv ist die Software? Und was passiert, wenn der Drucker mehrere Tage nicht benutzt wird?

Genau diese Punkte wollen wir künftig in ausführlichen Praxistests untersuchen. Ziel wäre es, alle relevanten Desktop-UV-Drucker mit denselben Motiven und Materialien zu testen und dabei nicht nur die Druckqualität, sondern auch Zeit, tatsächlichen Tintenverbrauch, Wartungsaufwand und Kosten pro fertigem Produkt zu vergleichen.

Erst dann lässt sich wirklich beantworten, welcher UV-Drucker 2026 das beste Gesamtpaket für Maker und kleine Unternehmen bietet.