Apple wagt den bislang größten Umbau des iPhone-Konzepts. Mit dem neuen iPhone Duo bringt das Unternehmen erstmals ein faltbares Smartphone auf den Markt. Zusammengeklappt soll das Gerät wie ein besonders kompaktes iPhone funktionieren, geöffnet entsteht eine 7,6 Zoll große Arbeits- und Entertainment-Fläche, auf der mehrere Apps gleichzeitig genutzt werden können.

Technisch positioniert Apple sein erstes Foldable konsequent im Premiumsegment. Der neue A20 Pro, ein Gehäuse aus Titan, zwei 48-Megapixel-Kameras, eine unter dem Innendisplay versteckte FaceTime-Kamera, ProMotion auf beiden Bildschirmen und eine speziell an das faltbare Format angepasste Version von iOS 27.1 gehören zur Ausstattung.

Billig wird der Einstieg allerdings nicht: In Deutschland beginnt das iPhone Duo bei 2.299 Euro. Die teuerste Variante mit 2 TB Speicher kostet sogar 3.799 Euro.

Zwei Displays mit ungewöhnlich ähnlichem Format

Im geschlossenen Zustand verwendet das iPhone Duo ein 5,4 Zoll großes Super Retina XDR Display. Apple verzichtet damit bewusst auf ein besonders schmales Außendisplay und möchte ein möglichst normales Smartphone-Erlebnis bieten.

Wird das Gerät aufgeklappt, steht ein 7,6 Zoll großes Innendisplay zur Verfügung. Beide Bildschirme verwenden dasselbe Seitenverhältnis, wodurch Inhalte beim Öffnen oder Schließen möglichst ohne sichtbaren Bruch angepasst werden sollen.

Das innere Display ist laut Apple rund 50 Prozent größer als das Display des iPhone 18 Pro Max und damit die größte bislang in einem iPhone verfügbare Anzeigefläche.

ProMotion und bis zu 3.000 Nits

Beide Displays unterstützen ProMotion, Always-On und eine maximale Außenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits.

Beim Innendisplay setzt Apple zusätzlich auf eine Nanotexturbeschichtung. Sie soll Reflexionen reduzieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Falz in der Mitte weniger stark auffällt.

Wie gut das tatsächlich funktioniert, dürfte einer der interessantesten Punkte für einen späteren Praxistest werden.

Apple Pencil kommt später

Das iPhone Duo soll außerdem den Apple Pencil mit USB-C unterstützen. Die Funktion wird allerdings nicht unmittelbar zum Marktstart verfügbar sein, sondern laut Apple erst später im Jahr ergänzt.

Dadurch könnte sich das Duo stärker als kompaktes iPad-Ersatzgerät positionieren, etwa für handschriftliche Notizen, Skizzen und Dokumentenbearbeitung.

Touch ID statt Face ID

Eine überraschende Entscheidung betrifft die biometrische Entsperrung. Apple verwendet beim iPhone Duo Touch ID im seitlichen Power-Button.

Damit lässt sich das Smartphone unabhängig davon entsperren, ob es geöffnet oder geschlossen verwendet wird. Zusätzlich kann eine gekoppelte Apple Watch zur Entsperrung genutzt werden.

Das Scharnier besteht aus mehr als 100 Bauteilen

Apple beschreibt das neue Scharnier als besonders aufwendig konstruiert. Mehr als 100 einzelne Komponenten sollen dafür sorgen, dass das Display im geöffneten Zustand möglichst flach gehalten wird.

Die Scharnierabdeckung wird aus recyceltem Titan im 3D-Druck gefertigt. Im Inneren verstärken zusätzliche Strukturen das Gehäuse.

Das Gerät ist darüber hinaus nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt.

A20 Pro mit 2-Nanometer-Technik

Im Inneren arbeitet Apples neuer A20 Pro, der ebenfalls in den aktuellen iPhone-18-Pro-Modellen eingesetzt wird.

Der Chip besitzt eine 6-Kern-CPU, eine 7-Kern-GPU und eine Dual-16-Kern-Neural-Engine. Apple fertigt den Prozessor laut eigener Angabe in 2-Nanometer-Technologie.

Gegenüber dem A19 Pro soll die CPU bis zu 20 Prozent schneller arbeiten. Die GPU soll bis zu 40 Prozent mehr Leistung beziehungsweise Effizienz bieten.

Dampfkammer soll Leistung dauerhaft hoch halten

Faltbare Smartphones stellen Hersteller beim Wärmemanagement vor besondere Herausforderungen. Apple integriert deshalb erstmals eine speziell entwickelte Dampfkammer in das Duo.

Diese soll Hitze schneller vom Prozessor ableiten und dadurch insbesondere bei Gaming, Multitasking und rechenintensiven KI-Anwendungen eine konstante Leistung ermöglichen.

iOS wird für zwei Displays angepasst

Apple hat iOS 27.1 speziell für das neue Geräteformat angepasst. Im geöffneten Zustand lassen sich zwei Apps nebeneinander verwenden.

Auch der Homescreen nutzt die größere Fläche und kann zwei Seiten gleichzeitig darstellen. Widgets und Systeminformationen wurden ebenfalls an das breitere Format angepasst.

Damit versucht Apple bewusst, nicht einfach eine vergrößerte iPhone-Oberfläche anzubieten, sondern das zusätzliche Display tatsächlich für Multitasking zu nutzen.

Zwei 48-Megapixel-Kameras

Auf der Rückseite besitzt das iPhone Duo eine 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera sowie eine 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera.

Die Hauptkamera ermöglicht außerdem einen 2-fachen Tele-Zoom in optischer Qualität. Die Ultraweitwinkelkamera unterstützt Makroaufnahmen.

Ein separates Teleobjektiv wie bei den iPhone-Pro-Modellen fehlt allerdings. Hier zeigt sich einer der Kompromisse, die Apple aufgrund des besonders flachen Foldable-Gehäuses eingeht.

4K Dolby Vision mit bis zu 120 fps

Mit der Hauptkamera können Videos in 4K Dolby Vision mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden.

Das faltbare Design eröffnet zudem einige ungewöhnliche Möglichkeiten. Das äußere Display kann beispielsweise eine Live-Vorschau anzeigen, während mit den rückseitigen Kameras fotografiert wird.

Dadurch können fotografierte Personen ihren Bildausschnitt bereits während der Aufnahme sehen.

Unter-Display-Kamera innen

Die Kamera für Videoanrufe sitzt unter dem großen Innendisplay und soll dadurch im normalen Betrieb nahezu unsichtbar bleiben.

Zusätzlich befindet sich eine weitere Kamera am Außendisplay.

Zwei Akkus statt einer großen Batterie

Apple verteilt die Batterie auf beide Gehäusehälften. Die beiden Zellen werden vom System gemeinsam verwaltet.

Der Hersteller nennt bis zu 31 Stunden Videowiedergabe auf dem inneren Display und bis zu 44 Stunden über das Außendisplay. Bei gemischter Nutzung beider Displays sollen bis zu 24 Stunden möglich sein.

Da es sich dabei um Herstellerangaben unter festgelegten Testbedingungen handelt, muss die tatsächliche Akkulaufzeit im Alltag separat überprüft werden.

50 Prozent Akku in rund 20 Minuten

Per Kabel soll sich das iPhone Duo in ungefähr 20 Minuten auf bis zu 50 Prozent laden lassen.

Mit MagSafe beziehungsweise einem geeigneten Qi2-Ladegerät nennt Apple rund 30 Minuten für denselben Ladestand.

Nur noch eSIM

Beim iPhone Duo gibt es weltweit keinen klassischen SIM-Kartenschacht mehr. Das Gerät arbeitet ausschließlich mit eSIM.

Für Deutschland nennt Apple ausdrücklich Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 als unterstützte Anbieter.

Zwei Farben und vier Speichergrößen

Apple bietet das Duo in Sternenweiß und Nachthimmel an.

Beim Speicher stehen 256 GB, 512 GB, 1 TB und 2 TB zur Wahl.

Preise in Deutschland

Die Preise fallen selbst für Apple-Verhältnisse hoch aus:

256 GB: 2.299 Euro
512 GB: 2.549 Euro
1 TB: 3.049 Euro
2 TB: 3.799 Euro

Die Vorbestellungen beginnen in Deutschland am 16. Oktober 2026 um 14 Uhr MESZ. Die Auslieferung und der reguläre Verkauf starten am 23. Oktober 2026.

Unsere Einschätzung

Das iPhone Duo ist keine normale jährliche Produktpflege, sondern Apples erster echter Versuch, das grundlegende iPhone-Format seit langer Zeit zu verändern.

Besonders interessant ist dabei, dass Apple nicht versucht, ausschließlich mit möglichst spektakulären Displaygrößen zu punkten. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf einer möglichst nahtlosen Nutzung zwischen den beiden Displays, Multitasking und einer stärkeren Verbindung zwischen iPhone und iPad.

Der Preis von mindestens 2.299 Euro ist allerdings enorm und dürfte das Gerät zunächst klar zum Nischenprodukt machen. Samsung und Google bieten ihre Foldables deutlich günstiger an.

Für einen ausführlichen Test wäre deshalb besonders spannend, ob das Duo im Alltag tatsächlich Smartphone und Tablet ersetzen kann – und ob Apples Scharnier und das beschichtete Innendisplay die bislang typischen Schwächen faltbarer Smartphones überzeugend lösen.