Hinweis: Der GuliKit ES MAX wurde uns vom Hersteller kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt.
Gute Controller müssen längst nicht mehr zwangsläufig von Microsoft, Sony oder Nintendo stammen. Gerade im Bereich um 50 Euro gibt es inzwischen zahlreiche Modelle, die mit moderner Stick-Technik, zusätzlichen Tasten und umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten mehr Ausstattung bieten als klassische Standard-Controller. Genau hier positioniert GuliKit den ES MAX.
Der Controller kostet offiziell 49,99 Euro und bringt unter anderem TMR-Sticks, zwei programmierbare Rücktasten, umschaltbare Trigger, Motion Control, eine Turbo-Funktion und den Hyperlink-2-Wireless-Adapter mit. Wir haben den ES MAX rund 65 Stunden lang hauptsächlich kabellos am PC genutzt und ihn zusätzlich an einer Nintendo Switch ausprobiert.
Verpackung und Lieferumfang
Die Verpackung des GuliKit ES MAX ist kompakt gehalten und macht bereits von außen deutlich, worauf der Controller technisch abzielt. Auf der Vorderseite wird das schwarze Modell groß dargestellt, während mehrere zentrale Funktionen des Controllers direkt auf der Verpackung hervorgehoben werden.
Im Inneren liegt der Controller passgenau in der Verpackung. Zum Lieferumfang gehören neben dem ES MAX der Hyperlink-2-Wireless-Adapter, ein USB-A-auf-USB-C-Kabel sowie die Bedienungsanleitung. Die Aufteilung wirkt übersichtlich und zweckmäßig, ohne unnötig viel Zubehör oder Verpackungsmaterial.
Positiv ist vor allem, dass der für den kabellosen PC-Betrieb benötigte Hyperlink-2-Empfänger bereits beiliegt. Damit kann der Controller direkt verwendet werden, ohne dass zunächst zusätzliches Zubehör gekauft werden muss.
Design und Bedienlayout
Beim Design orientiert sich der GuliKit ES MAX klar an einem bekannten und bewährten Controller-Konzept. Die Form erinnert stark an das Xbox-Layout, was sich auch in der asymmetrischen Anordnung der beiden Analogsticks zeigt. Der linke Stick sitzt oberhalb des Steuerkreuzes, während der rechte Stick unterhalb der ABXY-Tasten platziert ist.
Unser schwarzes Testgerät ist optisch eher zurückhaltend gestaltet. Die Front wird überwiegend von schwarzen Oberflächen geprägt und wirkt insgesamt funktional statt verspielt. Kleine Details verhindern allerdings, dass der ES MAX vollkommen unscheinbar wirkt.
Auffällig ist beispielsweise der GuliKit-Schriftzug auf der rechten Seite des Controllers. Er fügt sich dezent in das schwarze Gehäuse ein und setzt einen kleinen optischen Akzent. Ergänzt wird das Ganze durch mehrere linien- beziehungsweise streifenartige Designelemente auf dem Gehäuse. Diese lockern die ansonsten schlichte Gestaltung etwas auf, ohne den Controller optisch zu überladen.
Auf der Vorderseite befinden sich neben den beiden Analogsticks und dem D-Pad die klassischen ABXY-Tasten sowie mehrere kleinere Funktionstasten. Das Steuerkreuz ist rund ausgeführt und hebt sich optisch deutlich von der restlichen Front ab.
Interessanter wird die Rückseite. Dort sitzen neben den Triggern und Schultertasten die zusätzlichen G1- und G2-Tasten. Sie sind so positioniert, dass sie mit den Fingern auf der Rückseite erreicht werden können, ohne die Daumen von den Analogsticks nehmen zu müssen.
Ebenfalls auf der Rückseite befinden sich die Schalter für die unterschiedlichen Trigger-Modi. Dadurch lässt sich die Charakteristik der Trigger direkt am Controller verändern, ohne dafür erst ein Menü oder die App öffnen zu müssen. Für unterschiedliche Spielgenres ist das eine praktische Lösung.
An der Oberseite befindet sich der USB-C-Anschluss. Insgesamt wirkt die Anordnung der Bedienelemente aufgeräumt und vertraut. Wer bereits längere Zeit mit einem Xbox-Controller gespielt hat, dürfte sich beim grundlegenden Layout sehr schnell zurechtfinden.
Ergonomie und Verarbeitung
Bei der Ergonomie hinterließ der ES MAX von Beginn an einen sehr guten Eindruck. Der Controller liegt angenehm in der Hand und erinnert beim Griffgefühl stark an einen Xbox-One-Controller. Auch nach längeren Spielsitzungen ergaben sich für uns keine ergonomischen Kritikpunkte.
Auch bei der Verarbeitung gibt es wenig auszusetzen. Das Gehäuse machte während unseres Tests einen stabilen Eindruck, die normalen Tasten besitzen einen angenehmen Druckpunkt und vor allem die Trigger gefallen.
Auch auf unseren Produktfotos sind keine offensichtlichen Beschädigungen oder auffälligen Verarbeitungsfehler zu erkennen. Die tatsächliche Bewertung der Verarbeitung basiert jedoch auf unserem Praxistest und nicht allein auf dem optischen Eindruck.
Ganz ohne Kritik kommt der ES MAX allerdings nicht davon. Die beiden Schultertasten fühlen sich im direkten Vergleich etwas schwammig an. Hier hätten wir uns einen definierteren Druckpunkt und etwas mehr haptisches Feedback gewünscht.
Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Steuerkreuz auf. Das D-Pad funktioniert, wirkt für unseren Geschmack aber ebenfalls etwas schwammig. Gerade im direkten Vergleich mit dem Xbox-One-Controller empfinden wir dessen Steuerkreuz als präziser.
Technische Ausstattung
Technisch hat der ES MAX für seine Preisklasse einiges zu bieten. Im Mittelpunkt stehen die TMR-Analogsticks. GuliKit bewirbt diese mit einer hohen Auflösung beziehungsweise 4000 Abstufungen. Diesen technischen Wert haben wir nicht selbst vermessen, die hohe Präzision der Sticks konnten wir im praktischen Einsatz allerdings deutlich nachvollziehen.
Dazu kommen zwei programmierbare G1-/G2-Rücktasten und umschaltbare Trigger. Letztere können wahlweise mit längerem analogem Weg oder mit einem deutlich kürzeren digitalen Schaltweg verwendet werden.
Auch Bewegungssteuerung beziehungsweise Gyro gehört zum Funktionsumfang. Diese haben wir ebenso ausprobiert wie die integrierte Turbo-Funktion. Beide Features funktionierten während unseres Tests problemlos.
Für die kabellose Verbindung legt GuliKit den Hyperlink-2-Adapter direkt bei. Der Hersteller nennt hohe Polling-Raten und besonders niedrige Latenzen. Eigene technische Latenz- oder Polling-Raten-Messungen haben wir allerdings nicht durchgeführt.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | GuliKit |
| Modell | ES MAX |
| Abmessungen | ca. 155 × 103 × 65 mm |
| Gewicht | ca. 233 g ohne Hyperlink-2-Adapter |
| Analogsticks | TMR-Sticks |
| Stick-Auflösung | 4000 Level laut Hersteller |
| Trigger | Umschaltbar zwischen analogem und digitalem Modus |
| Rücktasten | 2 × programmierbar, G1/G2 |
| Motion Control | Ja |
| Turbo-Funktion | Ja |
| Vibration | Ja |
| Akku | 950 mAh Lithium-Polymer |
| Akkulaufzeit | Bis ca. 30 Stunden laut Hersteller |
| Verbindung | Hyperlink 2, USB-C |
| Kompatibilität | PC, Android, iOS, macOS, Switch, Switch 2 |
| Lieferumfang | Controller, Hyperlink-2-Adapter, USB-A-auf-USB-C-Kabel, Anleitung |
Neben den von uns getesteten Funktionen bietet der Controller weitere Einstellmöglichkeiten. Nicht jede einzelne davon haben wir während unseres Tests systematisch geprüft, weshalb wir sie nicht als eigene Testerfahrung bewerten.
Problemloser Start am PC und an der Switch
Bei der Einrichtung gab sich der ES MAX erfreulich unkompliziert. Den Hyperlink-2-Empfänger in den PC gesteckt, Controller verbunden – und das Gamepad wurde sofort erkannt. Unter Windows erschien es in unserem Fall als Xbox-360-Controller.
Probleme beim Pairing gab es während des Tests nicht.
Auch an der Nintendo Switch ließ sich der Controller ohne Schwierigkeiten einsetzen. Die Plattformunterstützung ist damit zumindest für PC und Switch praktisch von uns bestätigt. Android, iOS, macOS und Switch 2 haben wir dagegen nicht selbst getestet.
TMR-Sticks sind eine der großen Stärken
Besonders positiv sind uns die Analogsticks aufgefallen. In unserem rund 65-stündigen Test ließen sie sich sehr präzise kontrollieren und vermittelten ein sauberes Steuergefühl.
Zuletzt haben wir unter anderem The Blood of Dawnwalker mit dem ES MAX gespielt. Hier wirkte das Reaktionsverhalten unmittelbar und zuverlässig. Im direkten subjektiven Vergleich fühlte sich der Controller für uns ähnlich reaktionsschnell wie ein Xbox-One-Controller an.
Eine technische Latenzmessung haben wir allerdings nicht durchgeführt. Herstellerangaben zu Reaktionszeiten oder Polling-Raten dürfen daher nicht mit einem von uns bestätigten Messwert verwechselt werden.
Bei den Sticks können wir dagegen die praktische Seite klar bewerten: Präzise Bewegungen gelangen zuverlässig, und gerade dieser Bereich gehört für uns zu den größten Stärken des ES MAX.
Zwei Trigger-Modi mit praktischem Nutzen
Auch bei den Triggern bietet GuliKit mehr als ein klassischer Standard-Controller. Sie können zwischen zwei Betriebsarten umgeschaltet werden.
Beide Modi haben während unseres Tests ihre Berechtigung gezeigt. Der längere analoge Weg eignet sich besonders für Spiele, bei denen eine fein abgestufte Eingabe sinnvoll ist. Der kurze digitale Weg empfiehlt sich dagegen für Situationen, in denen eine schnelle Auslösung gefragt ist.
Wir würden deshalb keinen der beiden Modi grundsätzlich bevorzugen. Entscheidend ist das jeweilige Spiel. Dass sich der ES MAX entsprechend anpassen lässt, ist aber ein klarer Pluspunkt.
Motion Control und Turbo funktionieren problemlos
Neben den klassischen Eingabemöglichkeiten bietet der ES MAX auch Motion Control. Die Bewegungssteuerung haben wir während unseres Tests ausprobiert und konnten dabei keine Probleme feststellen.
Auch die Turbo-Funktion arbeitete zuverlässig. Solche Funktionen werden sicherlich nicht von jedem Spieler benötigt, erweitern den Einsatzbereich des Controllers aber sinnvoll.
Gerade beim ES MAX zeigt sich damit, dass GuliKit nicht nur versucht, einen günstigen Ersatz für einen Xbox-Controller anzubieten. Vielmehr bekommt man einige zusätzliche Funktionen, die bei klassischen Standard-Gamepads entweder fehlen oder erst bei teureren Modellen zu finden sind.
G1 und G2: praktisch, aber gewöhnungsbedürftig
Auf der Rückseite sitzen die programmierbaren G1- und G2-Tasten. Gerade diese Funktion entwickelte sich während unseres Tests zu einem der wichtigsten Argumente für den ES MAX.
Die beiden Tasten lassen sich mit zusätzlichen Funktionen belegen und können damit Eingaben auf die Rückseite verlagern, für die ansonsten ein Finger von Stick oder Haupttasten genommen werden müsste. In der Praxis ist das tatsächlich nützlich.
Ganz problemlos war die Eingewöhnung allerdings nicht. Gerade zu Beginn lösten wir G1 oder G2 mehrfach versehentlich aus. Wie stark das auffällt, dürfte auch davon abhängen, wie fest man den Controller hält und wie groß die eigenen Hände sind.
Technische Probleme mit den beiden Tasten hatten wir dagegen nicht. Jede bewusst ausgeführte Eingabe wurde zuverlässig erkannt.
Trotz der gelegentlichen Fehleingaben während der Eingewöhnung sind gerade G1 und G2 am Ende einer der Gründe, weshalb wir den ES MAX einem normalen Xbox-One-Controller vorziehen würden.
Kräftige und passende Vibration
Auch die Vibration erfüllt ihren Zweck. Sie wirkt im Spiel authentisch und ist kräftig genug, ohne unangenehm dominant zu werden.
Eine technische Messung der Vibrationsstärke haben wir nicht vorgenommen. Entscheidend für unsere Bewertung ist daher ausschließlich der praktische Eindruck während des Spielens.
Kabellose Verbindung im Test durchgehend stabil
Den ES MAX haben wir am PC während des gesamten Tests ausschließlich kabellos verwendet. Hier gibt es wenig zu kritisieren: Die Verbindung über den Hyperlink-2-Empfänger blieb durchgehend stabil.
Aussetzer oder auffällige Verzögerungen traten während unserer rund 65 Stunden nicht auf. Genau so sollte ein kabelloser Controller funktionieren – im Idealfall denkt man während des Spielens gar nicht mehr über die Funkverbindung nach.
Auch der Akku hinterließ einen guten Eindruck. Eine genaue Laufzeit haben wir allerdings nicht mitgestoppt, weshalb wir bewusst keinen eigenen Stundenwert nennen. Die Herstellerangabe von bis zu rund 30 Stunden können wir deshalb weder bestätigen noch widerlegen.
App einfach aufgebaut, Wechsel zum Smartphone nervt
Für Einstellungen stellt GuliKit eine App bereit. Grundsätzlich gefällt uns deren Aufbau. Die Oberfläche ist einfach gehalten und die Funktionen lassen sich schnell finden.
Weniger überzeugend ist der Ablauf, sobald man während der PC-Nutzung etwas ändern möchte. Für die Konfiguration muss der Controller mit dem Smartphone verbunden werden, wodurch in unserem Test die bestehende Verbindung zum PC verloren ging. Danach muss wieder zurückgewechselt werden.
Das funktioniert, wirkt aber unnötig umständlich. Gerade wenn während eines Spiels noch eine Einstellung oder Tastenbelegung angepasst werden soll, stört dieser Wechsel.
Fehler beim Speichern von Profilen oder vertauschte Belegungen traten bei unserem Testgerät nicht auf. Für uns ist deshalb nicht die Zuverlässigkeit der App das Problem, sondern hauptsächlich der Bedienungsablauf.
Konkurrenz und Preis-Leistung
Mit einer offiziellen UVP von 49,99 Euro positioniert sich der ES MAX in einem stark umkämpften Bereich.
Ein direkter Konkurrent ist beispielsweise der 8BitDo Ultimate 2 Wireless, der sich preislich in einer ähnlichen Region bewegt und ebenfalls moderne Stick-Technik, zusätzliche Bedienelemente und eine kabellose Verbindung bietet.
Der GuliKit punktet für uns vor allem mit den sehr guten TMR-Sticks, den zwei sinnvoll nutzbaren Trigger-Modi, Motion Control, Turbo und insbesondere den programmierbaren G1-/G2-Tasten.
Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass wir die rund 50 Euro als angemessen empfinden.
Das schwammigere D-Pad, die nicht ganz optimalen Schultertasten und der umständliche Wechsel zur Smartphone-App verhindern allerdings, dass der ES MAX in jeder Disziplin gleichermaßen überzeugt.
Webseite: https://www.gulikit.com/
Fazit
Nach rund 65 Stunden mit dem GuliKit ES MAX fällt unser Eindruck klar positiv aus. Vor allem die Ergonomie hat uns gefallen. Der Controller liegt ähnlich angenehm in der Hand wie ein Xbox-One-Controller, ist sauber verarbeitet und bereitete auch während längerer Spielsitzungen keine Probleme.
Zu den größten Stärken gehören die präzisen TMR-Sticks. Auch die beiden Trigger-Modi sind mehr als eine Spielerei, weil analoger und digitaler Betrieb je nach Genre tatsächlich unterschiedliche Vorteile bieten.
Motion Control und Turbo funktionierten im Test ebenfalls problemlos und erweitern den Funktionsumfang sinnvoll.
Noch wichtiger waren für uns auf Dauer die programmierbaren G1- und G2-Tasten. Die unbeabsichtigten Eingaben während der Eingewöhnung können zwar nerven, technisch funktionierten beide Tasten bei unserem Testgerät aber zuverlässig. Im Alltag bieten sie einen Mehrwert, den ein klassischer Xbox-One-Controller nicht besitzt.
Verbesserungspotenzial sehen wir vor allem beim D-Pad und bei den Schultertasten. Beide könnten definierter arbeiten. Auch die grundsätzlich gut verständliche App wäre komfortabler, wenn Einstellungen am PC ohne den Wechsel auf das Smartphone vorgenommen werden könnten.
Die kabellose Verbindung wiederum war während unseres gesamten Tests hervorragend stabil, und auch der Akku hinterließ einen guten Eindruck.
Für 49,99 Euro stimmt für uns das Verhältnis aus Preis, Ausstattung und Praxistauglichkeit. Wer einen vielseitigen Controller für PC und Switch sucht, präzise Sticks schätzt und Funktionen wie programmierbare Rücktasten, umschaltbare Trigger, Motion Control und Turbo nutzen möchte, bekommt hier einiges geboten.
Wer dagegen besonders großen Wert auf ein sehr präzises D-Pad legt, sollte vor dem Kauf auch Alternativen ausprobieren.
Wir selbst würden den GuliKit ES MAX zu diesem Preis kaufen – und im direkten Vergleich sogar eher zu ihm als zu unserem Xbox-One-Controller greifen. Den Ausschlag geben vor allem die programmierbaren Rücktasten, die präzisen Sticks und die zusätzliche Flexibilität bei den Triggern.