Samsung erweitert seine Foldable-Familie erstmals um drei Modelle mit deutlich voneinander abgegrenzten Einsatzgebieten. Das Galaxy Z Fold8 Ultra richtet sich an Nutzer, die ein möglichst großes Arbeitsdisplay, eine hochwertige Kamera und maximale Leistung suchen. Das reguläre Galaxy Z Fold8 erhält dagegen ein vollständig neues, breiteres Format, das stärker auf Videos, Spiele und Lesen ausgelegt ist. Das Galaxy Z Flip8 bleibt das kompakte Lifestyle-Modell, wird aber leichter, dünner und stärker um das Außendisplay herum entwickelt.

Die neue Galaxy-Z-Serie kann in ausgewählten Märkten ab sofort vorbestellt werden. Konkrete deutsche Preise und ein verbindlicher Verkaufstermin wurden unmittelbar nach der internationalen Präsentation noch nicht separat veröffentlicht.

Galaxy Z Fold8 erhält ein vollständig neues Format

Das reguläre Galaxy Z Fold8 entfernt sich deutlich vom bisher bekannten langen und schmalen Design der Fold-Reihe. Im geschlossenen Zustand erinnert das Gerät stärker an ein kleines Buch oder einen digitalen Reisepass.

Das äußere Display misst 5,5 Zoll und verwendet ein Seitenverhältnis von 10:16. Dadurch soll es sich besser für kurze Nachrichten, soziale Netzwerke, Webseiten und vertikale Videos eignen.

Geöffnet steht ein 7,6 Zoll großes AMOLED-Display im Format 4:3 zur Verfügung. Dieses Verhältnis soll insbesondere bei Filmen, Spielen, E-Books und längeren Artikeln Vorteile bieten. Wird das Gerät gedreht, ähnelt die Darstellung stärker einer kompakten Lesefläche.

Mit einem Gewicht von 201 Gramm ist das Fold8 laut Samsung das leichteste Galaxy Z Fold der bisherigen Reihe. Zusammengeklappt ist es 9,7 Millimeter dick, geöffnet misst es 4,5 Millimeter.

Flex Titanium soll die Falz reduzieren

Bei allen neuen Foldables verwendet Samsung die zuvor angekündigte Flex-Titanium-Technologie. Unter dem OLED-Panel befinden sich eine dünne Titanlegierungsfolie und eine verstärkte Titanplatte.

Die Konstruktion soll das Display von unten stabilisieren, Belastungen gleichmäßiger verteilen und die typische Falz im Bereich des Scharniers weniger sichtbar machen. Gleichzeitig möchte Samsung trotz der zusätzlichen Metallstruktur dünnere Geräte ermöglichen.

Die eigentliche Wirkung muss sich noch in unabhängigen Tests zeigen. Entscheidend ist nicht nur, wie deutlich die Falz bei einem neuen Gerät sichtbar ist, sondern wie sich das Display nach mehreren Monaten und Tausenden Faltvorgängen entwickelt.

Die Hauptdisplays erreichen laut Samsung eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits und besitzen eine reflexionsarme Oberfläche.

Snapdragon 8 Elite Gen 5 und größerer Akku

Sowohl das Galaxy Z Fold8 als auch das Fold8 Ultra nutzen den Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy. Die speziell angepasste Qualcomm-Plattform soll mehr Leistung für Multitasking, Spiele, Bildverarbeitung und lokale KI-Funktionen bereitstellen.

Das Fold8 erhält einen 4.800-mAh-Akku. Damit wächst die Kapazität gegenüber früheren Generationen, obwohl das Gerät leichter ausfällt.

Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 45 Watt. Samsung gibt an, dass innerhalb von ungefähr 30 Minuten bis zu 63 Prozent erreicht werden können. Kabelloses Laden wird mit maximal 20 Watt unterstützt.

Je nach Markt sind Varianten mit zwölf oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 256 Gigabyte, 512 Gigabyte oder einem Terabyte Speicher vorgesehen.

Zwei 50-Megapixel-Kameras beim Fold8

Das reguläre Fold8 setzt auf ein vergleichsweise ungewöhnliches Dual-Kamerasystem. Sowohl die Hauptkamera als auch das Ultraweitwinkel arbeiten mit 50 Megapixeln.

Die Hauptkamera besitzt eine optische Bildstabilisierung und ermöglicht eine zweifache Vergrößerung in optischer Qualität. Auf ein eigenständiges Teleobjektiv verzichtet Samsung bei diesem Modell.

Je eine 10-Megapixel-Kamera befindet sich im Außendisplay und im Hauptdisplay.

Mit „Dual Recording“ können Nutzer gleichzeitig die Szene und ihre eigene Reaktion aufnehmen. „My FanCam“ verfolgt eine ausgewählte Person automatisch und passt den Bildausschnitt für unterschiedliche Social-Media-Formate an.

Galaxy Z Fold8 Ultra bleibt das klassische Produktivitätsmodell

Das Galaxy Z Fold8 Ultra behält das längere und schmalere Design der bisherigen Fold-Modelle bei. Damit richtet es sich stärker an Nutzer, die mehrere Anwendungen nebeneinander verwenden, Dokumente bearbeiten oder Inhalte direkt auf dem Smartphone produzieren möchten.

Das Hauptdisplay misst 8 Zoll und löst mit 2.504 × 2.256 Pixeln auf. Das äußere Display besitzt eine Diagonale von 6,5 Zoll.

Geöffnet ist das Fold8 Ultra nur 4,1 Millimeter dünn. Zusammengeklappt misst es 8,9 Millimeter. Das Gewicht liegt bei 215 Gramm.

Samsung kombiniert das große Display mit bis zu 16 Gigabyte RAM und einem Terabyte Speicher. Android 17 und One UI 9 sind ab Werk installiert.

200-Megapixel-Kamera und echtes Teleobjektiv

Das Fold8 Ultra übernimmt viele Kamerafunktionen der Galaxy-S-Ultra-Reihe. Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln auf und unterstützt nun auch HDR-Aufnahmen bei voller Auflösung.

Hinzu kommen eine neue 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und ein 10-Megapixel-Teleobjektiv mit dreifachem optischem Zoom.

Videos können in 8K aufgezeichnet werden. Der neue APV-Codec soll mehr Reserven für die spätere Bearbeitung bieten. Cine LUT ermöglicht eine filmischere Farbgestaltung direkt auf dem Gerät.

Verbesserte Nightography-Funktionen sollen Aufnahmen bei schwachem Licht stabiler und detailreicher machen.

5.000-mAh-Akku und neue Ladearchitektur

Das Fold8 Ultra besitzt einen 5.000-mAh-Akku. Damit erreicht Samsungs größtes Foldable erstmals die Kapazität klassischer Ultra-Smartphones.

Eine neue Dual-Path-Ladearchitektur verteilt den Ladestrom auf mehrere Bereiche des Akkus. Dadurch soll das Laden mit 45 Watt stabiler und effizienter erfolgen.

Samsung nennt bis zu 67 Prozent in rund 30 Minuten. Kabelloses Laden ist ebenfalls mit bis zu 20 Watt möglich.

Eine vergrößerte Graphitstruktur soll die entstehende Wärme besser verteilen. Das dürfte insbesondere bei längeren Gaming-Sitzungen, Videoaufnahmen und lokal ausgeführten KI-Aufgaben relevant sein.

Galaxy Z Flip8 wird dünner und leichter

Das Galaxy Z Flip8 wiegt 180 Gramm und misst geöffnet nur noch 6,1 Millimeter. Samsung bezeichnet es als das bislang leichteste und dünnste Modell der Flip-Reihe.

Das innere AMOLED-Display besitzt eine Diagonale von 6,9 Zoll und arbeitet mit einer adaptiven Bildrate von bis zu 120 Hertz.

Das 4,1 Zoll große Außendisplay bleibt ein zentraler Bestandteil der Bedienung. Samsung erweitert die Oberfläche um mehr Apps, KI-Funktionen und direkte Aktionen, sodass Nutzer das Smartphone seltener vollständig aufklappen müssen.

Now Brief zeigt Termine, Empfehlungen, Gesundheitsdaten und weitere kontextbezogene Informationen direkt auf dem Cover-Display an.

Gemini kann direkt vom Außendisplay aus handeln

Samsung integriert Gemini Intelligence deutlich tiefer in das Betriebssystem. Auf dem Galaxy Z Flip8 lassen sich KI-Aufgaben direkt vom Außendisplay starten.

Über die Seitentaste oder einen Sprachbefehl kann Gemini Aktionen in verbundenen Apps ausführen. Samsung spricht von mehr als 40 unterstützten Anwendungen und Diensten.

Mögliche Aufgaben reichen von der Suche nach Tickets und Restaurants bis zur Reservierung oder dem Zusammenstellen von Informationen aus mehreren Apps.

Mit Gemini Notebook lassen sich Notizen, Bilder, Audiodateien, Dokumente und andere Inhalte in einem dauerhaften Arbeitsbereich sammeln. Auf den großen Fold-Displays können Dateien per Drag-and-drop hinzugefügt und anschließend in Berichte, Infografiken, Zusammenfassungen oder Audioübersichten umgewandelt werden.

One UI 9 zeigt ausgeführte KI-Aktionen an

Mit One UI 9 führt Samsung ein neues Dashboard für KI-Aktivitäten ein. Nutzer können dort nachvollziehen, welche Automationen und Agenten im Hintergrund gehandelt haben.

Das ist besonders relevant, weil die neuen KI-Funktionen nicht mehr ausschließlich Antworten anzeigen, sondern selbstständig Anwendungen öffnen, Informationen übertragen oder Aktionen vorbereiten können.

Zusätzliche Privacy Alerts warnen vor auffälligen oder unnötigen Zugriffsversuchen auf Berechtigungen.

Persönliche Informationen werden weiterhin über die Personal Data Engine verarbeitet. KEEP erstellt dafür verschlüsselte und voneinander getrennte Speicherbereiche, während Knox Vault besonders sensible Daten auf Hardwareebene schützt.

Quick Share wird mit AirDrop kompatibel

Eine der praktischsten Neuerungen betrifft den Datenaustausch mit Apple-Geräten. Samsung erklärt, dass Quick Share künftig direkt mit AirDrop zusammenarbeiten kann.

Dateien sollen dadurch in beide Richtungen zwischen Galaxy- und iOS-Geräten übertragen werden können. Details zu den technischen Voraussetzungen und unterstützten Apple-Versionen stehen noch aus.

Auch Smart Switch wurde erweitert. Nutzer eines iPhones können einen QR-Code scannen und ihre Daten ohne zusätzliche App drahtlos auf ein neues Galaxy-Gerät übertragen.

Neben Fotos und Kontakten sollen dabei unter anderem Passwörter, Passkeys, Anruflisten, Bedienungshilfen und eSIM-Informationen übernommen werden können.

Farben und Vorbestellung

Alle drei Modelle werden in Graphite und Cream angeboten.

Das Galaxy Z Fold8 Ultra erscheint zusätzlich in Violet Shadow. Exklusiv über Samsung.com ist Green Shadow vorgesehen.

Das Galaxy Z Fold8 erhält Lavender sowie die Online-Farbe Pistachio.

Beim Galaxy Z Flip8 kommen Pink und die exklusive Variante Mint hinzu.

Vorbesteller erhalten in ausgewählten Märkten sechs Monate Google AI Pro und fünf Terabyte Cloudspeicher. Die konkreten Aktionen können regional unterschiedlich ausfallen.